Chronik | Österreich
04.07.2018

Pannenstreifenfreigabe auch bei Salzburg und Innsbruck geplant

Asfinag und Verkehrsministerium präsentierten Projekt in Wien. Auch in anderen Bundesländern ist die Freigabe geplant.

In zwei Wochen geht das Pilotprojekt in den Betrieb. Auf der A4 in Fahrtrichtung Ungarn zwischen der Simmeringer Haide und dem Knoten Schwechat kann bei Bedarf der Pannenstreifen freigegeben werden - der KURIER berichtete. Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) und Asfinag-Vorstandsdirektorin Karin Zipperer präsentierten am Mittwoch die Details.

Gerade auf der Ostautobahn sei laut Asfinag die zweispurige Autobahn zu Stoßzeiten an ihrer Belastungsgrenze. Die Freigabe des Pannenstreifens sei eine kostengünstige und schnelle Variante. Laut Zipperer werde das Projekt jetzt eine rund sechs Monate lange Testphase durchlaufen. "Und es wird auch nicht bei diesem Abschnitt bleiben", sagt Hofer.

Zwei ähnliche Strecken könnten nämlich ebenfalls eine temporäre Freigabe erhalten: die Westautobahn (A1) zwischen Wallersee und Salzburg Nord sowie die Inntalautobahn (A12) zwischen Innsbruck West und Zirl Ost. Die Umbauarbeiten könnten bereits nächstes Jahr starten, der Pannenstreifen soll dann ab 2021 befahrbar sein.

Der ÖAMTC blickt dem Projekt skeptisch entgegen. „Pannenstreifen leisten einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit und dürfen daher nicht dauerhaft dem Verkehrsfluss geopfert werden. Eine Freigabe des Pannenstreifens kann nur eine temporäre Notlösung sein“, sagt Verkehrsjurist Nikolaus Authried.

So funktioniert's

Wenn der Verkehr auf der A4 ins Stocken gerät, wird über 30 Kameras gecheckt, ob eine Freigabe sinnvoll ist. Ein Traffic Manager macht sich dann vor Ort selbst ein Bild. Wenn der rund vier Kilometer lange Pannenstreifen frei ist, gibt es das Okay. Die neu angebrachten Anzeigen werden dann auf "frei" geschaltet. Ein grüner Pfeil entlang des Pannenstreifens signalisiert den Autofahrern dann, dass sie diesen passieren dürfen. Außerdem zeigt rechts neben der Fahrbahn ein Verkehrsschild an, dass es eine dritte Spur gibt. 

Wenn der Pannenstreifen wieder gesperrt werden muss, weist statt dem grünen ein gelb blinkender Pfeil daraufhin. Auch rechts neben der Fahrbahn wird erneut entsprechend darauf hingewiesen.

Weil die ganz linke Spur mit 3,25 Meter schmäler als die beiden anderen ist, gilt auf diesem ein Lkw-Verbot. Auf der Strecke gibt es laut Asfinag zwei Pannebuchten. Die Rettungsgasse ist wie bei jeder anderen dreispurigen Fahrbahn anzuwenden.