Gert Eggenberger vermutet, dass der Wasserzähler defekt war

© HONORARFREI/GERT EGGENBERGER

Kärnten
05/13/2016

Paar "verbrauchte" 3500 Liter Wasser pro Tag

Unternehmen beharrt auf Nachzahlung. Ursache wurde nicht gefunden.

von Thomas Martinz

3500 Liter Wasser soll das Klagenfurter Ehepaar Gert und Roswitha Eggenberger verbraucht haben – wohlgemerkt pro Tag, ein ganzes Jahr lang. Eine Nachzahlungsforderung der Klagenfurter Stadtwerke (STW) in der Höhe von 1250 Euro flatterte nun ins Haus. Das Wasser müsse irgendwo versickert sein.

Laut einer Studie der Universität für Bodenkultur verbraucht ein Österreicher im Schnitt 135 Liter Wasser pro Tag. Im Fall des Klagenfurter Ehepaars sollen es aber 1750 Liter pro Person und Tag gewesen sein. "Unmöglich. Ich vermute die Ursache in einem neuen Wasserzähler, den ein Mitarbeiter der Stadtwerke vor einem Jahr eingebaut hat", sagt Gert Eggenberger. "15 Jahre lang hatten wir annähernd denselben Wasserverbrauch, jetzt soll er plötzlich fünf Mal so hoch sein", fügt der Pressefotograf hinzu.

"Versickert"

Die Stadtwerke beharren auf der Nachzahlung und haben die neue Monatsrate von bisher 34 Euro auf 135 Euro angehoben. "Wir haben den Wasserzähler kontrolliert, alles dokumentiert und finden keine Ursache für den Verbrauch. Erfahrungsgemäß ist es meist ein Rohrbruch oder eine defekte Toilettenanlage. Das Wasser muss versickert sein, inzwischen hat sich der Verbrauch wieder normalisiert", betont STW-Sprecher Harald Raffer.

Eggenberger: "Das Geld versickert eher in den höchsten Etagen der Stadtwerke." Er hat einen Rat an Stadtwerkekunden: "Dokumentieren Sie den Stand des Wasserzählers, wenn ein neuer montiert wird, damit Sie nicht ein Jahr später eine teure Überraschung erleben." Die Arbeiterkammer Kärnten rät zudem, den Zählerstand laufend zu kontrollieren. Rein rechtlich sei der Hauseigentümer für den Wasserzähler verantwortlich.

12.000 Euro "weggeronnen"

Durstige Hunde scheint auch der Gebrauchshundeverein in Klagenfurt zu betreuen. Denn abgesehen von den Tieren benötigt man das Wasser auf dem Areal im Stadtteil St. Ruprecht nur für zwei Toiletten, ein Waschbecken und einen Geschirrspüler. Dennoch sprengte eine Nachzahlungs-Aufforderung von 12.000 Euro vergangenen Herbst sämtliche Vereinsbudgets, denn statt der üblichen 40 Kubikmeter Wasser soll das 287-Fache verbraucht worden sein. 11.500 Kubikmeter Wasser sollen im jährlichen Abrechnungszeitraum geronnen sein. Zwei externe Prüfer orteten das Leck nicht, dennoch beharren die Stadtwerke (STW) auf ihrer Forderung. Mehr dazu lesen Sie hier.

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