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Rechnungshof
10/18/2019

Diabetiker mangelhaft versorgt

Zu wenige Patienten in speziellen Programmen. Rechnungshof fordert die Reduktion von Zucker in Lebensmitteln.

Grobe Mängel in der Versorgung von Patienten mit Diabetes Typ II stellt der Rechnungshof fest.

Das beginne bereits mit der Erhebung, wie viele Patienten es überhaupt gibt: Exakte Zahlen über Diabetiker existieren in Österreich nicht, kritisieren die Prüfer. Ihre Anzahl wird nur annäherungsweise über die Heilmittelbezüge bei den Krankenversicherungen errechnet. Demnach ist im Zeitraum von 2013 bis 2016 die Zahl um etwa zehn Prozent gestiegen: Von der „Volkskrankheit“ ist mehr als eine halbe Million Menschen in Österreich betroffen. Schätzungsweise bis zu fast 300.000 weitere Personen wissen nichts von ihrer Krankheit. Abgesehen von der Vorsorgeuntersuchung existiere dennoch keine andere flächendeckende Initiative zur Früherkennung.

Schlechtes Management

Seit 2007 gibt es das Disease Management Programm-Diabetes (DMP) „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“. Es soll eine einheitliche Behandlung gewährleisten. Ende 2017 wurden aber erst 66.000 Personen erreicht, rund 13 Prozent der Erkrankten. In Deutschland waren im Vergleichszeitraum 50 Prozent der Diabetiker in ein solches Programm eingeschrieben.

Und trotz der 2017 vom Gesundheitsministerium erstellten Diabetes-Strategie zeige sich „bei wichtigen Risikofaktoren wie falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Alkohol- und Nikotinkonsum“ keine Verbesserung. „2016 waren rund 15 Prozent der Österreicher adipös, Tendenz seit 2006 steigend.“ Laut Daten der Stellungspflichtigen stieg der durchschnittliche Body-Mass-Index der jungen Männer von 22,1 im Jahr 1980 auf 23,7 im Jahr 2017.

2011 hatte das Ministerium mit der Bäckerinnung eine Vereinbarung zur freiwilligen Reduktion des Salzgehalts in Brot und Gebäck getroffen, was zu einer Verringerung des Salzverbrauchs von 2010 bis 2015 um rund 82 Tonnen geführt habe. Eine solche Maßnahme sei auch zur Senkung des Zuckeranteils in Lebensmitteln wünschenswert.