110 Meter nach der Station überrollte S-Bahn den Mann

© Reinhard Vogel

Verkehrsstudie
12/08/2013

Österreicher zweiteifrigste Öffi-Benützer der EU

Nur in Tschechien werden mehr Kilometer mit Bahn & Co zurückgelegt. Vorbild für die EU bleibt die Schweiz.

Die Österreicher sind die zweiteifrigsten Benützer öffentlicher Verkehrsmittel in der Europäischen Union (EU). Nur in Tschechien benützen die Menschen noch häufiger Bahn und Bus. Dies geht aus einer Untersuchung der EU-Kommission hervor, die am Sonntag vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) veröffentlicht wurden.

Laut VCÖ könnte Österreich bald Spitzenreiter sein, denn in Tschechien sei die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel rückläufig, während die Fahrgastzahlen hierzulande Jahr für Jahr wachsen. Auf Platz drei landete Belgien mit 2.775 Kilometer pro Person. Deutschland landete mit 1.990 Kilometern auf Rang 12, deutlich hinter Ungarn (2.685 km/4.) oder auch Italien (2.535 km/6.). Schlusslicht ist Litauen mit 1.015 Kilometern pro Kopf.

Schweizer als Vorbild

Europas Champion punkto öffentlichem Verkehr ist aber nach wie vor das Nicht-EU-Land Schweiz. "Alle EU-Staaten können in diesem Bereich noch sehr viel von der Schweiz lernen", betonte Markus Gansterer vom VCÖ. Die Eidgenossen fahren pro Kopf und Jahr 3.295 Kilometer mit den Öffis. Der VCÖ fordert daher auch für Österreich häufigere Verbindungen in den Ballungsräumen. "Dass ein Ballungsraum wie Linz keine S-Bahn hat, wäre in der Schweiz undenkbar", so Gansterer.

Gemeinden und Länder sollten vom Bund mehr Mittel für den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs erhalten. In der Schweiz gebe es dafür Finanzierungstöpfe, die unter anderem aus den Einnahmen der flächendeckenden Lkw-Maut gespeist würden, hieß es. Zudem habe die Schweiz Mindeststandards für die Versorgung von Gemeinden und Städten mit Bahn- und Busverbindungen definiert.

Minus in Osteuropa

Die Zahlen zeigen auch, dass es in den meisten EU15-Staaten einen Trend zum Öffentlichen Verkehr gebe, während in den osteuropäischen Ländern die Benützung von Bahn und Bus rückläufig sei. So werde in der Slowakei heute um ein Drittel weniger mit Öffis gefahren als noch im Jahr 2000, in Polen um ein Viertel weniger.

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