Chronik | Österreich
01.08.2018

Neues Tempolimit: Ab 141 km/h kann gestraft werden

Wie und wann die Polizei Mandate ausstellt - und warum alles sehr kompliziert ist.

„Ab heute Tempo 159?!“, weiß eine Boulevard-Zeitung zu berichten.  Zuvor hatte sie noch getitelt „Diese Woche startet Tempo 150“, was auch Verkehrsminister Norbert Hofer auf seiner Facebookseite zugleich teilte.

Doch all das ist ein Spiel mit dem Feuer, denn die Toleranzgrenze ist weit geringer, als im Boulevard kolportiert wurde. In Oberösterreich wird erst gestraft, wenn man zehn km/h zu schnell ist, die Messungenauigkeit der Polizei darf man allerdings nicht dazurechnen. Denn diese liegt bei drei Prozent bei Laserpistolen und fünf Prozent bei Radarboxen. Das heißt aber nicht, dass dieser Wert nun einfach addiert werden kann. Es bedeutet lediglich, dass man das für die Strafe notwendigen Tempo 150 erreichen kann, wenn man 150 bis 159 km/h fährt. Die Messungenauigkeit ist nämlich nur ein Maximalwert. Wenn man also 150 fährt, kann die Radarbox 159 anzeigen. Wenn man aber 159 fährt, erreicht man einen Wert von fast bis zu 170 km/h für die Radarbox.

Eine weitere Rolle spielt allerdings die Tachoungenauigkeit, doch auch diese ist bei den verschiedenen Automodellen unterschiedlich – von zwei bis zu zehn Prozent. Traditionell bei Italienern eher höher, bei deutschen Fahrzeugen eher niedriger.

Früher war die Toleranz noch größer, weil die Polizei nicht wollte, dass die Filme zu früh aus sind – und damit Extremraser nicht mehr gestraft werden konnten. Auf der Wiener Südost-Tangente gab es jahrzehntelang 20 km/h Toleranz. Doch mit den Digital-Radarboxen wurde hier vieles anders. Die Werte wurden großteils nach unten revidiert.

Auf der niederösterreichischen Teststrecke gilt jedenfalls nur die Messtoleranz. Das sind zwar bis zu 147 km/h, aber auch da gilt, dass das bereits ab Tempo 141 schlagend werden kann.

Damit kann man also schlussendlich in Niederösterreich ab 141 und in Oberösterreich ab 150 km/h bestraft werden – und nicht erst ab 159, wie mancherorts behauptet wird.