Gudenus erklärt einer vermeintlichen Oligarchen-Nichte die Marke Glock.

© Screenshot spiegel.de

Chronik Österreich
08/11/2020

Nach Ibiza-Video: Anwalt M. will doch nicht beteiligt gewesen sein

Am Dienstag hatte der Jurist seinen ersten öffentlichen Auftritt. Zuvor nannte er das Video "ein zivilgesellschaftlich motiviertes Projekt".

von Michaela Reibenwein

Es war sein erster öffentliche Auftritt seit Bekanntwerden des Ibiza-Videos und dem Scheitern der türkis-blauen Regierung. Der Wiener Anwalt M. nahm Dienstagnachmittag im Landesgericht für Strafsachen in Wien Platz. Allerdings nicht als Angeklagter. M. war als Zeuge in einem Medienprozess geladen.

Eine TV-Moderatorin hatte eine Gratiszeitung geklagt, weil man ihr eine Nähe zum Ibiza-Netzwerk unterstellt hatte (was die Journalistin vehement bestreitet). Anwalt M. sollte darüber Auskunft geben, ob das denn stimmt. Er verweigert die Aussage. „Das würde bedeuten, dass ich beim Ibiza-Video eine Rolle gespielt habe. Woher soll ich das wissen, wenn ich selbst nicht beteiligt war.“

Journalistische Wege?

Das ist neu. Im Mai 2019 ließ M. noch über seinen Anwalt Richard Soyer ausrichten, dass „es sich beim Ibiza-Video um ein zivilgesellschaftlich motiviertes Projekt handle, bei dem investigativ-journalistische Wege beschritten wurden“.

Anwalt M. und die Moderatorin sollen einst ein Paar gewesen sein. Doch allein die Nachfrage, ob man denn eine Partnerschaft hatte, will er vor Gericht nicht erläutern. „Höchstpersönlicher Lebensbereich“, antwortet M. Allzu fremd dürfte man sich allerdings nicht sein: Vor Verhandlungsbeginn hatte man sich zumindest noch freundlich zugewunken.

Nachfrage des Anwalts der Gratiszeitung: „Eine Bürogemeinschaft?

Anwalt M. „Nein.“

„Hatte sie in Ihrer privaten Wohnung ihre Garderobe und Handtaschen liegen?“

M. verweigert die Aussage – und verweist wieder auf seinen höchstpersönlichen Lebensbereich. Aber zumindest eines verrät er: „Ich trage keine Frauenhandtaschen.“

Opernball-Besuch

Neuer Anlauf des Zeitungsanwalts: „Haben Sie mit Frau W. den Opernball 2019 besucht?“ Auch das will M. lieber nicht beantworten. Da wird es sogar Richter Gerald Wagner zu bunt: „Das ist jetzt aber kein höchstpersönlicher Lebensbereich.“ Die Auskunft könne aber schon relevant sein, kontert M.

Ein Foto von damals erspart ihm die Antwort schließlich. Es zeigt ihn in einer Loge, im Hintergrund ist die Moderatorin zu sehen. „Ich kann nicht erkennen, dass das der Opernball ist“, versucht es M. noch einmal. Doch die Damenspende, ein spezieller Fächer, lässt daran keinen Zweifel.

Der Prozess wurde vertagt. Der Anwalt der Zeitung wünscht sich noch jede Menge Zeugen. Neben dem Ibiza-Detektiv Julian H. (er ist untergetaucht und hat seine Ladung in Berlin nicht behoben), auch den ehemaligen Sicherheitsmann von Heinz-Christian Strache und Detektiv Sascha Wandl. Fortgesetzt wird am 6. Oktober.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.