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Chronik Österreich
04/02/2021

Nach Home-Invasion bei Salzburger Juwelierfamilie: Zweite Anklage

Mutmaßlichem Komplizen wird ebenfalls schwerer Raub, erpresserische Entführung, Brandstiftung und Nötigung vorgeworfen

von Christian Willim

Nach dem Überfall auf eine Salzburger Juwelierfamilie am 15. August 2019 in Koppl (Flachgau) hat die Staatsanwaltschaft Salzburg nun auch gegen den zweiten Beschuldigten eine Anklage beim Landesgericht Salzburg eingebracht. Dem 39-jährigen Tschechen wird wie seinem 43-jährigen Landsmann, der als erster festgenommen worden ist, schwerer Raub, erpresserische Entführung, Brandstiftung und Nötigung vorgeworfen.

Die Männer befinden sich in U-Haft und warten auf ihren Prozess.

Bei dem Überfall sind drei maskierte Täter in die Villa der Familie am Heuberg eingedrungen. Einer der Männer hatte ein Faustfeuerwaffe bei sich. Sie bedrohten den 41-jährigen Familienvater, seine 35-jährige Frau, die zwei Kleinkinder des Paares sowie das 26-jährige Au-pair-Mädchen.

Brutale Vorgangsweise

Das Trio fesselte die Erwachsenen und zwang die Juwelierin, in das zu Mariä Himmelfahrt geschlossene Geschäft in die Stadt Salzburg zu fahren, um Schmuck zu besorgen.

Während die Juwelierin der Aufforderung nachkam, zwangen die Täter das Au-pair und die zwei Kinder in ein Auto der Familie. Der Vater musste gefesselt in den Kofferraum steigen. Dann setzten die Räuber die Villa, die sie nach Wertgegenständen durchsucht hatten, in Brand, vermutlich um Spuren zu zerstören. In der Folge fuhren sie mit dem Auto in ein nahes Waldstück, wo der Pkw hängen blieb.

Die Täter sperrten auch das Au-pair-Mädchen in den Kofferraum und flohen zu Fuß.

Beim Versuch, im Wald ihre Kleidung anzuzünden, wurden sie von zwei Wanderern beobachtet. Das Paar wollte die Polizei rufen. Darauf gab einer der Täter mindestens vier Schüsse ab und zwang die Wanderer zur Herausgabe der Mobiltelefone. Dann flüchtet das Trio. Das Ehepaar befreite kurz darauf die Geiseln. Die betroffene Familie ist mittlerweile an einen anderen Wohnort umgezogen.

Die Ermittler gehen aufgrund von DNA-Spuren davon aus, dass die beiden Tschechen mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Home Invasion beteiligt waren. Der 43-jährige Beschuldigte wurde rund drei Monate nach dem Überfall am 5. November 2019 in Prag festgenommen und später nach Salzburg ausgeliefert.

Er sitzt in der Justizanstalt Salzburg in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat bereits vor ein paar Monaten Anklage gegen ihn erhoben.

Beim 39-Jährigen klickten am 9. Dezember 2020 ebenfalls in Prag die Handschellen. Er wurde inzwischen nach Österreich ausgeliefert, aber nicht in dieselbe Justizanstalt gebracht wie sein mutmaßlicher Komplize, um Absprachen untereinander zu vermeiden. Die beiden Beschuldigten waren laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg vor einigen Jahren in Tschechien im selben Gefängnis inhaftiert gewesen.

Ein Prozesstermin im Fall der Home Invasion in Koppl steht noch aus. Die Anklageschrift ist noch nicht rechtswirksam, wie der stellvertretende Sprecher des Landesgerichtes Salzburg, Andreas Wiesauer am Freitag auf Anfrage mitteilte. Die Anklageschrift wurde dem Verteidiger des 39-Jährigen diese Woche zugestellt, sie muss noch für den Beschuldigten in seine Muttersprache übersetzt werden.

Nach einem dritten Täter wird noch gefahndet

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