Mountainbike: Stadt Wien sperrt Strecken im Raxgebiet

Vertrag mit dem Tourismusverband für die Streckennutzung fehlt.
Die Stadt Wien hat in dem Gebiet eine Sperre der Mountainbikestrecken verhängt. Es fehlt eine rechtliche Einigung.

"Mountainbikestrecke gesperrt": Mit diesen Hinweistafeln macht sich die Stadt Wien in der Tourismusregion am Fuße der Rax gerade nicht besonders beliebt. Nachdem mit dem Tourismusverband Semmering-Rax-Schneeberg nach langen Verhandlungen noch kein Vertrag über die Nutzung der Bikestrecken erzielt wurde, lässt Wien als Grundeigentümer die Muskeln spielen.

Vor wenigen Tagen wurde die MTB-Beschilderung abmontiert und durch Verbotsschilder ersetzt. Darauf macht die Stadt Wien deutlich, wen man für das Problem verantwortlich macht. "Diese MTB-Strecke wurde aufgelassen, da es den Tourismusverantwortlichen der Region nicht gelungen ist, einen Vertragsabschluss mit der Grundeigentümerin Stadt Wien zustande zu bringen", heißt es im Kleingedruckten.

Die Forstverwaltung Quellenschutz der Stadt Wien bewirtschaftet im Rax-Schneeberg-Gebiet 18.500 Hektar Forst. Das Forstgesetz von 1975 erlaubt es jeder Person, den Wald zu Erholungszwecken frei zu nutzen. Allerdings nur zu Fuß. Für das Befahren von Wald und Forststraßen braucht es die Genehmigung des Eigentümers.

46-215306866

Legales Streckennetz

Um das entsprechende Vertragswerk kümmerte sich in der Tourismusregion Wiener Alpen in NÖ aus der Historie heraus die ARGE Mountainbike (MTB). Durch die Schaffung eines legalen Streckennetzes in den Mountainbikezentren Wienerwald, Wexl-Trails in St. Corona am Wechsel, dem Bikepark am Semmering und dem neuen Alpen-Bikepark am Schneeberg, haben sich die Vorzeichen allerdings geändert, erklärt der Obmann des Tourismusverbandes Semmering-Rax-Schneeberg, Christian Blazek.

Die ARGE MTB wird eingestellt. "Deshalb haben wir nun selbst versucht, ein Vertragswerk mit der Stadt Wien zu erstellen", so Blazek. In erster Linie geht es um die Haftungsfrage, erklärt Peter Lepkowicz, Leiter der Forstverwaltung Quellenschutz. Die Verträge wurden bisher zwischen den Anwälten hin- und hergereicht, aber ohne Ergebnis.

Peter Lepkowicz, Leiter Forstverwaltung Quellenschutz der Stadt Wien

Peter Lepkowicz, Leiter Forstverwaltung Quellenschutz der Stadt Wien

Wie Blazek erklärt, war die Stadt Wien bisher mit den Musterverträgen des Landes NÖ nicht einverstanden. Umgekehrt hat dem Tourismusverband der Vertragsentwurf aus Wien nicht gepasst. "Wir sind aber um einen Konsens bemüht", so Blazek. Schließlich brauche man für die vielen Gäste und Touristen eine "gute Infrastruktur" mit einem legalen Radstreckennetz.

Laut Lepkowicz scheitert die Einigung bisher "nur an der Unterschrift des Tourismusverbandes", spielt er den Ball an Blazek weiter.

Die Causa lässt in Reichenau jedenfalls seit dem Wochenende ordentlich die Wogen hochgehen. Vor allem deswegen, weil die Stadt Wien auch den beliebten Verbindungsweg nach Hirschwang entlang des Schwarza-Flusses für Radfahrer gesperrt hat. "Den Weg nutzen vor allem Kinder, Schüler und Familien", sagt Bürgermeister Johann Döller (ÖVP).

Es handle sich um keine klassische Mountainbikestrecke, der Weg sei großteils befestigt bzw. asphaltiert.

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