Chronik | Österreich
21.12.2017

Mordversuch an Asylwerbern: Mann in Graz vor Gericht

23-jähriger Somalier soll Zimmer versperrt und Feuer gelegt haben.

Im Grazer Straflandesgericht ist am Donnerstag ein 23-Jähriger wegen versuchten Mordes vor einem Geschworenensenat gestanden. Der Mann soll heuer im Jänner in einem Flüchtlingsheim Feuer gelegt haben. Zuvor hatte er angeblich das Zimmer, in dem sich zwei Männer befunden hatten, zugesperrt. Der Angeklagte fühlte sich in keiner Wiese schuldig, er will an dem Vorfall nicht beteiligt gewesen sein.

Der Prozess wurde bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Beim ersten Mal gab es einen Freispruch für den Angeklagten, doch die Richterin setzte das Urteil aus, also musste der Fall neu aufgerollt werden. Der Staatsanwalt beschrieb, wie der angeklagte Somalier - er ist seit 2014 als Asylwerber in Österreich - mehrere Autos demoliert und angezündet hatte, weswegen er auch bereits verurteilt worden ist.

Streit um Zigaretten

Der 23-Jährige wohnte in einem oststeirischen Flüchtlingsheim, wo er laut Ankläger mitten in der Nacht ins Zimmer von zwei anderen Bewohnern ging. Er wollte Zigaretten, bekam aber keine. Daraufhin soll er die Türe des Zimmers von außen versperrt, eine Jacke angezündet und vor die Türe gelegt haben. Die Türe und der Türstock brannten sofort, im Zimmer entwickelte sich Rauch. "Die beiden Männer waren in Lebensgefahr, das Fenster war zu hoch zum Springen und eine Löschen der Flammen war nicht möglich", erklärte der Staatsanwalt. "Er hat in Kauf genommen, dass die beiden sterben könnten", fasste der Ankläger zusammen.

Ganz anders sah das der Verteidiger, der betonte, sein Mandant sei bei dem Vorfall gar nicht dabei gewesen. Die Anklage sei "einfach überzogen". Von einem Brand könne keine Rede sein, "es war ein ganz kleines Feuerchen." Die beiden Opfer seien seinen Ausführungen nach in keiner Weise verletzt worden: "sie haben nicht einmal gehustet, naja, vielleicht ein bissl", führte der Anwalt weiter aus.

Urteil für Freitag erwartet

Der Angeklagte blieb dabei, dass er mit der Sache nichts zu tun habe. Da sich die Einvernahme mehrerer Zeugen wegen der Übersetzungen aufwendig gestaltete, wurde erst für Freitag mit einem Urteil gerechnet.