Chronik | Österreich
29.05.2018

Mehr Verurteilungen, aber weniger Gewaltdelikte

Gerichtliche Kriminalstatistik: Vermögensdelikte an erster Stelle, kaum Anstieg bei Sexualstraftaten

Im Jahr 2017 wurden in ganz Österreich 11.960 Ausländer verurteilt. Das sind um 444 mehr als im Jahr 2016, und das ist der Grund, weshalb die Zahl der Verurteilten wieder minimal (nämlich um 1,3 Prozent) gestiegen ist. Von den insgesamt 28.286 verurteilten Personen war im Vorjahr die Mehrheit (16.326) Österreicher.

In den vergangenen fünf Jahren seit 2013 ging die Zahl der Verurteilungen (30.746) um rund elf Prozent zurück. 1981 gab es in Österreich mit 88.726 einen Höchststand. Männer werden fast sechs Mal so oft verurteilt wie Frauen. 94 Prozent sind volljährig. Rund ein Drittel der Rechtsbrecher, die 2013 vor Gericht eine Strafe ausfassten, waren innerhalb von vier Jahren erneut verurteilt worden. Diese Wiederverurteilungsrate ist gegenüber 2016 um knapp einen Prozentpunkt gesunken.

Strafen

Was die Art der Strafen betrifft: Die Richter verhängten 2017 weniger Geldstrafen als im Jahr davor (8693 zu 9055), die meisten davon unbedingt (6896). Bei den Freiheitsstrafen gab es einen Anstieg (20.100) gegenüber 2016 (19.599). Fast 9000 davon werden teil- oder unbedingt verhängt, müssen also zumindest zum Teil abgesessen werden.

Was die Art der Delikte betrifft, liegen die strafbaren Handlungen gegen fremdes Vermögen wie Raub, Betrug, Diebstahl, Veruntreuung mit insgesamt 15.225 Fällen an der Spitze (zum Vergleich: 2013 waren es 18.615). Es folgen die Delikte gegen Leib und Leben wie Mord, Körperverletzung, fahrlässige Tötung mit 8379 Verurteilungen. Auch hier ist ein Rückgang von 9853 im Jahr 2013 zu beobachten.

Die von der türkis-blauen Bundesregierung propagierte angeblich signifikante Steigerung bei den Sexualstraftaten lässt sich durch die gerichtliche Kriminalstatistik keineswegs belegen. Eine Task Force im Innenministerium berät ja gerade die geplante Verschärfung der Strafen in diesem Bereich. Diese sogenannten Delikte gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung sind gegenüber 2016 um gezählte 48 Verurteilungen auf 1189 angestiegen. Wobei die Fälle von sexuellem Missbrauch sowie Vergewaltigung in der Anzahl gleich geblieben oder weniger geworden sind.

Deutlich angestiegen sind die Suchtmitteldelikte, von 7351 Verurteilungen im Jahr 2016 auf 9058 im Vorjahr. Etwa jede fünfte Verurteilung erfolgte wegen eines solchen Delikts.