Die Donau zieht Jahr für Jahr mehr Passagiere aus Übersee an

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Chronik | Österreich
06/01/2019

Mehr Passagiere und weniger Frachtschiffe auf der Donau

Viele Flusskreuzfahrt-Gäste sind Pensionisten und reisen aus den USA an. Die Kaufkraft an Bord ist hoch.

Auf keinem anderen Fluss der Welt soll es mehr Kreuzfahrtschiffe geben als auf der Donau. „Dieses Jahr sind rund 200 Passagierschiffe unterwegs, Tendenz leicht steigend“, sagt Birgit Brandner-Wallner, Geschäftsführerin der Donaustationen. Im Zeitraum 2007 bis 2017 hat sich die Zahl der Schiffe und Passagiere verdoppelt, geht aus einer Studie von CenTouris im Auftrag der Arge Donau Österreich hervor. Von 166 Kreuzfahrt- und 18 Ausflugsschiffen in der Wachau war schon damals die Rede.

„Die Schiffe werden immer luxuriöser, wir haben jetzt sogar schon ein 6-Stern-Schiff“, erläutert Birgit Brandner-Wallner. An Kaufkraft scheint es auf den schwimmenden Hotels jedenfalls nicht zu mangeln. Mehr als die Hälfte der Passagiere (57 Prozent) haben ein monatliches Haushaltseinkommen jenseits der 3500-Euro-Marke zur Verfügung, haben die CenTouris-Studien-Autoren erhoben. Die Gesamtwertschöpfung der Flusskreuzfahrten zwischen Regensburg und Wien beziffern sie mit mehr als 110 Millionen Euro, knapp die Hälfte davon soll auf die gebuchten Ausflugspakete entfallen.

Flusskreuzfahrt mit der Avalon Impression

An Bord sind übrigens überdurchschnittlich viele Pensionisten, das Durchschnittsalter der Passagiere liegt bei 67 Jahren, gerade einmal fünf Prozent der Reisenden sind unter 50, rechnen die Studienautoren vor. Und es wird auffällig oft englisch gesprochen, denn ein Großteil der Gäste kommt aus den USA und Australien.

In der Wachau sorgen die vielen Tagestouristen der Schiffe für Proteste in der Bevölkerung. „Eine bessere Verteilung der Gäste wäre wünschenswert“, sagt auch Brandner-Wallner. Pöchlarn, wo das Geburtshaus von Oskar Kokoschka steht, würde beispielsweise noch mehr Touristen vertragen.

Niedrigwasser

Wenig los war im vergangenen Sommer dagegen beim Güterverkehr auf der Donau. Schuld war die Witterung, die zu Niedrigwasser führte und damit den Verkehr voll beladener Frachtschiffe zum Erliegen brachte. Der Güterverkehr auf dem österreichischen Teil der Donau ist 2018 auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren gesunken. So wurden 2018 rund 7,2 Millionen Tonnen Güter befördert und damit rund ein Viertel weniger als noch im Jahr zuvor, geht aus den Zahlen der Statistik Austria hervor. Das Transportaufkommen lag damit 2018 auf dem tiefsten Stand seit dem Jahr 1993. Nach wie vor spielt die Schifffahrt eine wichtige Rolle bei der Belieferung der Industrie.

simone hoepke