Impfung in der Hofburg

© Kurier / Jeff Mangione

Chronik Österreich
10/30/2021

OÖ: Mehr als die Hälfte der Covid-Patienten in Spitälern geimpft

Die Betroffenen sind 60 Jahre oder älter, Impfung liegt mehr als sechs Monate zurück: Experten raten zum dritten Stich.

Auf einige interessante Phänomene im Zusammenhang mit dem steilen Anstieg der Corona-Infektionen ist diese Woche bei der Sitzung der Ampel-Kommission hingewiesen worden. Laut dem internen Protokoll des Gremiums, das der Austria Presse Agentur vorliegt, sind in Tirol sehr viele zunächst wegen ihrer Impfung nur als K2 eingestufte Personen später erkrankt. In Oberösterreich ist rund die Hälfte der Hospitalisierten älter als  60 Jahre und geimpft, was für einen rascheren Booster spricht.


Grundsätzlich herrschte in dem Gremium die Ansicht, dass weitergehende Maßnahmen vorgezogen werden sollten. Auch die sonst eher zurückhaltende Vertreterin der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)  warb für FFP2-Masken in Innenräumen. Dies wurde grundsätzlich in der Kommission befürwortet, vor allem in Settings, wo Ungeimpfte mit Geimpften zusammenkommen. Bedenken wurden auf der anderen Seite geäußert, dass Restriktionen Anreizsysteme wie im Burgenland - Stichwort Impflotterie - konterkarieren könnten.

Booster-Impfungen wichtig


Besonders dramatisch stellte sich die Situation in den vergangenen Wochen in Oberösterreich dar. Dort wurde zwar eine gewisse Entkoppelung der Entwicklung des Intensivbelags von jenem auf den Normalstationen beobachtet, im Gegenzug treten im Vergleich zum Vorjahr aber wieder vermehrt andere Infekte sowie Unfälle auf, was den stationären Bereich zusätzlich belastet.
Nach Angaben Oberösterreichs sind rund 50 Prozent der Patientinnen und Patienten in den Spitälern mehr als 60 Jahre alt und geimpft, wobei die Impfung in vielen Fällen mehr als sechs Monate zurückliegt. Die andere Hälfte der Patienten ist eher jung und ungeimpft.


Auch ein Vertreter der Med Uni gibt an, dass zunehmende Aufnahmen Geimpfter auf den Intensivstationen belegen, dass die Infektion auch unter Geimpften zirkuliert und dass auch hier schwere Verläufe möglich sind. Dies sei zu beachten. Seitens der AGES wurde angemerkt, dass es bei den mehr als 60-Jährigen zunehmend Hinweise auf abnehmende Immunität gibt. Dies macht wiederum für das Gremium die Bedeutung der Booster-Impfungen klar. Die Diskussion über die dazu geplante Kampagne wurde freilich wegen des Urlaubs der zuständigen Vertreterin des Sozialministeriums um eine Woche verschoben.


In einzelnen Bundesländern wie Niederösterreich sind wiederum verstärkt Cluster in Schulen entstanden. Im Gremium war daraufhin von Hinweisen auf ein Versagen der Maßnahmen in diesem Setting die Rede. Es würden zudem lange Transmissionsketten im Schulbereich beobachtet.


Auf ein Spezialproblem wurde in der Kommission seitens Tirols verwiesen. Im Oktober sind zahlreiche vollständig geimpfte Personen als K2-Personen eingestuft wurden, was einen mehr oder weniger normalen Alltag für sie ermöglicht. Von 603 derartigen Personen wurden aber rund 400 im späteren Verlauf positiv getestet. Das Rückstufen vollständig geimpfter Personen auf nur Kontaktperson 2 sei auf Basis dieser Analyse gegebenenfalls nochmals zu überdenken
Offenbar ziemlich fix ist, wie mit Saisonarbeitern im Tourismus umgegangen werden soll, die mit dem von der EMA nicht zugelassenen russischen Impfstoff Sputnik geimpft worden sind. Hier soll es zunächst einen Antikörpertest und anschließend eine Booster-Impfung mit einem anderen Vakzin geben.

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