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Chronik Österreich
04/10/2019

LKH Graz: Ermittlungen gegen freigestellten Herzchirurgie-Leiter

Nach einem KURIER Bericht über den Tod des Patienten, ermittelt die Staatsanwaltschaft Graz nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Die Staatsanwaltschaft Graz hat gegen den erst am Dienstag von der KAGes dienstfrei gestellten Leiter der Herzchirurgie am Grazer LKH ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Sprecher Hansjörg Bacher bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der Kleinen Zeitung. Die Erhebungen beziehen sich auf einen Fall im Jänner.

Im konkreten Fall war ein 70-Jähriger auf der Kardiologie des LKH in Behandlung gewesen, dort wurde auch ein erster Eingriff durchgeführt. Anschließend sollte sich der Patient auf der Herzchirurgie einer Operation unterziehen. Dort entdeckte man allerdings einen "beherdeten Zahn", der bei einer Operation ein Risiko darstellen könnte. Also wurde der Patient entlassen, damit er sich bei einem Zahnarzt in Behandlung begeben könne. Doch dazu kam es nicht mehr, denn der Mann hatte zu Hause einen Anfall und starb. Der Fall wurde von der steirischen Patientenombudsfrau Renate Skledar bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Der Leiter der Herzchirurgie, gegen den das Ermittlungsverfahren nun läuft, ist am Dienstag von der Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) "bis auf Weiteres" dienstfrei gestellt worden. Offiziell hieß das Ziel, "das Vertrauen der Patienten und der Öffentlichkeit in die Klinische Abteilung für Herzchirurgie wieder zu stärken". Die Leitung der Klinischen Abteilung werde inzwischen von anderen Professoren wahrgenommen.

Erst Ende März hatte die KAGes nach den öffentlichen bekannt gewordenen Problemen das Herz-Transplantationsprogramm vorerst ausgesetzt, der KURIER berichtet damals vom tragischen Tod eines Patienten, dem ein beschädigtes Herz implantiert wurde. Zehn ausstehende Operationen wurden an die beiden anderen Zentren in Wien und Innsbruck übergeben.

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