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Chronik Österreich
03/27/2019

Nach Todesfall: LKH Graz bietet keine Herztransplantationen mehr an

Nach KURIER-Bericht über misslungene Operation will das Krankenhaus den Eingriff nicht mehr durchführen.

Nach massiver Kritik sollen am LKH Graz keine Herztransplantationen mehr gemacht werden. Das berichtete die Kleine Zeitung am Mittwoch. Eine Bestätigung dafür seitens des Spitals gab es Mittwochfrüh noch nicht. Zuletzt hatte ein Todesfall bei einer Herztransplantation für Wirbel gesorgt (der KURIER berichtete): Die Witwe eines 60-jährigen Patienten wandte sich nach dem Tod ihres Mannes an die Öffentlichkeit.

Sie will nach der ihrer Meinung nach verpfuschten Transplantation vor Gericht ziehen. Der 60-Jährige hatte 2016 am LKH Graz ein neues Herz bekommen, doch es soll bei der Entnahme verletzt worden sein.

 

Gutachten bestätigt Fehler

Die steirische Patientenombudsfrau Renate Skledar bestätigte Mitte März, dass der Fall bei der Schlichtungsstelle mit der steirischen Krankenanstaltengesellschaft KAGes behandelt wurde. Ein Gutachten wurde im Einvernehmen beider Parteien bestellt. Das Ergebnis des Sachverständigen fiel dem Vernehmen nach deutlich aus: "Es wurden fachliche, organisatorische und strukturelle Fehler angeführt", sagte Skledar. Daraufhin habe die KAGes außerhalb der Schlichtungsstelle ein zweites Gutachten erstellen lassen, das das Krankenhaus entlastete.

Skledar fand harte Worte für dieses Vorgehen: "Die KAGes hat jeden Boden zur Realität verloren." Man brauche keine Schlichtungsstelle mehr, wenn die KAGes wie beim "Würfeln" vorgehe - "da fehlen einem die Worte". Die Erstellung des zweiten Gutachtens ist in ihren Augen skandalös: "Da können sie gleich machen, was sie wollen." Sie hofft, dass der Weg vor das Straflandesgericht Licht ins Dunkel bringt. "Die Methoden der KAGes-Rechtsabteilung gehören abgestellt." Es würden mit Steuergeldern Steuerzahler genarrt, sagte Skledar.

Zu wenig Transplantationen

Außerdem kritisierte Skledar, dass am LKH Graz pro Jahr nur einige wenige Herztransplantationen durchgeführt werden. In den vergangenen Jahren war es manchmal gar keine, maximal waren es drei. Die Fallzahlen sind niedrig, was zu Kritik führte. Seitens der KAGes hieß es, dass Fallzahlen für die Qualität einer Operation wichtig seien. Doch die Chirurgen könnten niedrige Fallzahlen mit Erfahrung aus ihren vorherigen Berufskarrieren wettmachen. Außer Streit sei, dass es bei der Transplantationsoperation zu Komplikationen gekommen war. Die Frage sei nun aber, ob diese ursächlich für den Tod des Patienten waren. Nach den Berichten kamen auch andere Operationen, bei denen offenbar nicht alles gelungen war, an die Öffentlichkeit.

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