PK "KRIMINALSTATISTIK 2019": NEHAMMER

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Chronik Österreich
05/19/2020

Nehammer: Seit Corona-Maßnahmen Halbierung der Kriminalität

Seit Lockerung der Maßnahmen ist wieder ein leichter Anstieg erkennbar. Contact-Tracing weiter wichtig.

von Markus Strohmayer

Innenminister Karl Nehammer ermahnte am Montag die Stadt Wien und sprach von "immer noch besorgniserregenden Zahlen" in der Bundeshauptstadt. Nun kümmert sich der Innenminister um seine Ressort und präsentiert die aktuellen Kriminalstatistiken in Zeiten von Corona.

Bezüglich Kriminalität habe sich seit den Corona-Maßnahmen besonders viel getan, wie Nehammer erklärt: „Die Kriminalität hat sich noch drastischer verändert, als die Maßnahmen gewirkt haben“, meint der Innenminister. Der Weg führte von der Straßen- und Einbruchskriminalität hin zur Internetkriminalität.

Insgesamt sei die Kriminalität aber um fast 50 Prozent zurückgegangen. Gerhard Lang, Direktor des Bundeskriminalamts, spricht von Tagen, an denen es keine einzige Anzeige wegen Einbruchs gegeben hätte. Das sei das erste Mal überhaupt seit der elektronischen Erfassung und habe schlichtweg damit zu tun, dass das gesellschaftliche Leben zum Erliegen gekommen sei. 

Seit der Lockerung der Maßnahmen ist bereits wieder ein leichter Anstieg - auch im Bereich Straßenkriminalität - zu erkennen. 

Von Beginn der Maßnahmen an gab es diesen Anstieg beim Internetbetrug, etwa bei Verkauf von Masken oder Medikamenten. Die erwartete Zunahme bei der häuslichen Gewalt blieb allerdings weitestgehend aus, jedoch werden Entwicklung in diesem Bereich weiterhin genau beobachtet.

Contact-Tracing soll weitergehen

Um die Ansteckungen zu verfolgen, werden weiter Daten für die Gesundheitsbehörde erhoben.

Nehammer bedankte sich ausdrücklich bei den vielen Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. "Es geht darum, rasch die Ansteckungsketten zu durchbrechen und die Expertise der Landeskriminalämter zu nutzen."

Insgesamt sei weiterhin die Disziplin der Österreicherinnen und Österreicher hervorzuheben. Der Innenminister betonte in diesem Zusammenhang allerdings sein Angebot an die Stadt Wien, bei der Kontrolle der Maßnahmen zu unterstützen.

In Wien gibt es derzeit 60 Prozent der Neuinfektionen. Nehammer betonte deshalb, dass die Zusammenarbeit zwischen Landespolizeidirektion und Krisenstab besser werden müsse. 

Dass seine Statements bezüglich als "Wahlkampf" in Hinblick auf die Gemeinderatswahl ausgelegt werden, hält Nehammer für absurd. Es gehe einzig und allein, um die Verhinderung einer zweiten Welle. Der Reproduktionsfaktor liegt derzeit wieder über 1, Ziel ist es diesen Wert unter 1 zu bekommen, womit die Ansteckungen rückläufig wären.