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Landwirtschaft
05/31/2021

Kältester Frühling freut nur die Bauern

Seit 1987 war kein Frühling mehr so kalt wie dieser – und es bleibt weiter kühl. Die Temperaturen und Wetterbedingungen schaffen jedoch bessere Voraussetzungen für die Landwirtschaft

„Man sagt zwar, dass man sich erst über gute Ernte freuen soll, wenn sie tatsächlich eingefahren ist, doch mit dem momentanen Status quo können wir schon einmal zufrieden sein“, sagt der Leiter der Pflanzenproduktion in der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, Manfred Weinhappel.

Positive Bilanz

Auch wenn der trockene März und April, der verregnete Mai und insgesamt der kälteste Frühling seit 1987 bei den meisten Menschen keinerlei Begeisterung auslöste, waren die bisherigen Wetterbedingungen für die Landwirtschaft deutlich besser als in den letzten, weitgehend trockenen und durchschnittlich sehr warmen Jahren.

Die außergewöhnlich kühlen Temperaturen führten zu einer geringeren Verdunstung und vor allem zu einem verzögerten Keimen der Pflanzen. Aufgrund dessen benötigten sie in den trockenen Monaten auch weniger Wasser. „Im Mai ist der Regen dann rechtzeitig und in einem Ausmaß, der uns bei Ackerkulturen sehr gut weiterhilft, gekommen“, so Weinhappel. Ungünstige Starkniederschläge oder Stürme waren bisher eine Seltenheit. Ein weiteres vorteilhaftes Phänomen, das dem feuchten und kühlen Wetter geschuldet ist: der geringere Schädlingsdruck. Besonders der berüchtigte Rüsselkäfer treibt sich deutlich weniger auf den Rübenfeldern herum.

„Dieser Frühling ist weitaus unproblematischer als die letzten und wir hoffen, dass es genauso günstig weitergeht“, sagt der Leiter der Pflanzenproduktion. Trotz der bislang positiven Auswirkungen der Temperaturen auf die Landwirtschaft, „könnten wir das eine oder andere Grad mehr gebrauchen“, sagt der Pflanzenexperte.

Spätere Ernte

Wärmeliebende Pflanzenkulturen wie Mais, Ölkürbis oder Sojabohnen wachsen zögerlich, und auch der Spargel hätte wärmere Temperaturen gebrauchen können. Sollte in nächster Zeit keine längere Hitzewelle kommen, geht Weinhappel davon aus, dass sich das Getreide, das normalerweise Ende Juni oder Anfang Juli geerntet wird, um zwei oder drei Wochen verspätet. „Das ist aber durchaus üblich, also kein Grund zur Sorge“, sagt der Leiter der Pflanzenproduktion. Für Kulturen wie zum Beispiel dem Mais, die erst im Herbst soweit sind, könne man jedoch noch keinerlei Prognosen abgeben, da deren Erntezeit von den Wetterverhältnissen der nächsten Sommermonate abhängig ist.

Zudem stehen einige Arbeiten, wie Unkrautregulierungen bevor, für die trockene Felder notwendig sind. Und auch im Grünland wäre es langsam an der Zeit, einen ersten Schnitt zu wagen, sagt der Experte. Die Rasenmäher stehen in den Startlöchern, doch die stabile Wetterphase lässt wohl noch auf sich warten: Auch wenn Mitte dieser Woche 20 bis 25 Grad erwartet werden, ist richtiges Sommerwetter, geschweige denn eine Hitzewelle noch lange nicht in Sicht.

Wetterprognosen können sich zwar bekanntlich recht schnell ändern, allerdings scheint es im Moment, als müssten die Landwirtinnen und Landwirte sowie hitze- und badefreudige Menschen noch ein paar Wochen auf richtig warme Temperaturen von über 30 Grad warten. Die launische Wetter-Stimmung, die so gerne dem April zugeschrieben wird, zieht sich wohl noch weit bis in den Juni.

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