Chronik | Österreich | Landlust
01.04.2017

Weibnitz und die "Domplatz-Bassena"

Zwei Bänke und ein Tisch: Der Platz vor der Kapelle entwickelte sich zu einem Kommunikationszentrum

Zwei Bänke und einen Holztisch haben die Bewohner von Weibnitz, einer Katastralgemeinde von Wartmannstetten im Bezirk Neunkirchen vor der kleinen Ortskapelle aufgestellt. Den winzigen Platz nennen sie „Domplatz“. Seitdem es die Sitzgarnitur mit ein bisschen Grün drum herum gibt, wird wieder miteinander geredet und die Landlust gefördert. Eigentlich ist die „Domplatz-Bassena“, wie sie liebevoll von den Bewohnern genannt wird aus einer Not heraus entstanden, denn die Wirtshäuser in der Umgebung haben alle längst zugesperrt. Daher trifft man sich nun bei lauem Sommerwetter vor der alten Kapelle zum Plausch.

Motto ist dabei: „Durchs Reden kommen d' Leut' z'samm“. Der Name ist Programm, gemeinsam werden Projekte angepackt. Die Bauern reden über ihre Ernte. Die Bäuerin beklagt, dass der Milchpreis in den Keller rasselt. Der Häuslbauer sinniert über die Isolation seiner Kellerdecke und fragt um fachmännischen Rat. „Anstatt zum Telefon zu greifen spricht man bei uns gleich mit der zuständigen Person“, sagt Initiator Peter Rosenbüchler. Das das Projekt funktioniert hat sich mittlerweile weit über die Wälder rund um Weibnitz gesprochen. „Bald brauchen wir wieder eine dritte Bank“, scherzt Rainhard Wildner.