Chronik | Österreich | Landlust
01.04.2017

„Schrattenberg, ich bin gern hier!“

Abwanderung einbremsen: Vereinsleben ist das Wichtigste für das Dorfleben.

Schrattenberg, im nordöstlichsten Zipfel des Weinviertels, direkt an der Grenze zu Tschechien, zählte lange zu den größten Grenzdörfern der Region. Waren doch im Jahr 1910 noch 2100 Bewohner ansässig, zählt der Ort heute nur noch 800 Hauptwohnsitzer und etwa 200 Nebenwohnsitzer.

Mit der Errichtung des „Eisernen Vorhangs“ begann die Abwanderung einzusetzen. Der Mangel an Arbeitsplätzen ließ die Menschen in die nächstgelegenen, größeren Städte oder Ballungszentren weggehen. Manche kehrten im Ruhestand jedoch wieder zurück, denn die Heimatverbundenheit konnte ihnen niemand nehmen. Ein Wundermittel, das den Trend gänzlich stoppt oder gar in die Gegenrichtung umkehrt, hat, wie die Gemeinde sagt, bis heute nicht gefunden. Sie tut aber ihr Möglichstes, um dieser Entwicklung zumindest Einhalt zu gebieten.

Dabei vorrangig ist für die Gemeinde in erster Linie der Erhalt der Infrastruktur, wie Schulen und Kindergärten. Weiters gibt es in der Gemeinde noch zwei Gasthäuser und einen Nahversorger.

Das bedeutendste Standbein für eine lebendige Gemeinde ist laut eigenen Angaben das Vereinsleben – egal ob Jugend, Theaterspielgruppe, Freiwillige Feuerwehr, Sportverein oder Seniorengemeinschaft – für jedes Alter und jeden Geschmack ist etwas dabei. Die Gemeindeverwaltung unterstützt die Vereine und fördert die Ideen sowie deren Aktivitäten. „Denn Ortschaften, wie unsere, können nur durch Steigerung des Zusammengehörigkeitsgefühls und das Erreichen gemeinsamer Ziele im Zusammenwirken aller Bewohner weiter bestehen“, ist sich Vizebürgermeister Friedrich Frank sicher. Auch den Kontakt zu den Nachbarn jenseits der Grenze wolle man vorantreiben und erhalten. „Unser Leitspruch lautet deshalb: ‚ Schrattenberg, ich bin gern hier!’. Denn unser Ort kann vieles erzählen. Geprägt und gestaltet haben ihn stets seine Bewohner mit deren Bedürfnissen und Traditionen“, sagt Frank.