Wie die nächstjährige Landesschau in NÖ Barrieren niederreißen soll
Im sanierten Haupthaus "Haus 21" findet die Landesschau statt: Symbolisch erhielt LA-Chef Klissenbauer (l.) von LR Kasser und LH Mikl-Leitner den Schlüssel überreicht, daneben Moststraßenobfrau Hinterholzer und der wissenschaftliche Ausstellungsleiter Laussegger.
Das kulturhistorisch einmalige Spitalsdirektionsgebäude des Landesklinikums Mauer bei Amstetten wird ein Jahr lang als modernes Museumsgebäude genutzt. Der für die nächstjährige NÖ Landesausstellung (LA) millionenschwer sanierte Jugendstilbau war am Sonntag bei einem Tag der offenen Tür erstmals öffentlich zugängig. Zugleich übergab Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) symbolisch den Hausschlüssel an das Ausstellungsteam und eröffnete den Klinik-Adventmarkt.
Prachtbau wurde auf der Rückseite durch einen Besucherpavillon erweitert.
Eine Landesausstellung in dieser Art hat es in der 70-jährigen Serie der NÖ-Schauen noch nicht gegeben. Das Thema "Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit“ dringt in verdeckte gesellschaftliche Tabus ein. In der 1902 von Kaiser Franz Joseph eröffneten "Narrenanstalt“ wurde einst die Behandlung psychisch Kranker gegenüber dem Wiener Narrenturm entscheidend revolutioniert. Doch die Nazis haben auch hier den Euthanasie-Wahnsinn wüten lassen.
Neuer angebauter Pavillon als Eintrittspforte zur Landesausstellung.
Man beschäftige sich zum ersten Mal nicht mit einem Wohlfühlthema, sondern mit einem ernsten Thema, betonte LA-Geschäftsführer Erwin Klissenbauer.
Gedenkstätte
"Dieses Areal und diese Gebäude erzählen unsere Geschichte – im positiven und negativen Sinne“, sagte Mikl-Leitner. Hier würde seit jeher Menschen mit psychischen Erkrankungen unterstützt. "Dieser Ort erinnert uns aber auch an das Terror-Regime der NS-Zeit, wo viele Menschen gequält und getötet worden sind“, wies Mikl-Leitner darauf hin, dass einer der Pavillons – das Haus 18 – am 100 Hektar großen Klinik-Areal als Dauer-Gedenkstätte im Sinne der Erinnerungskultur „Nie wieder“ eingerichtet wird. Auch nach der Landesschau bleibt die Erinnerungsstätte.
Das Hauptgebäude, genannt "Haus 21“, wurde innen auf zwei Ebenen aufwendig saniert. Zwischendecken und Haustechnik mussten eingebaut werden.
Zubau
Auf der Rückseite wurde das Jugendstilgebäude um einen Pavillon für den Besuchershop und die Gastro samt Terrasse erweitert. Über 40 Millionen Euro investiert das Land NÖ in Baumaßnahmen und die Landesschau. Sieben größere regionale Begleitprojekte gibt es zudem.
Nun werken in Mauer die Ausstellungsarchitekten. Zur Eröffnung am 28. März 2026 werden die 1.000 m2 Fläche mit bis zu 400 Exponaten, die aus Museen in England oder Deutschland und aus Bundes- und Landessammlungen stammen, geholt, so der wissenschaftliche Leiter Armin Laussegger.
Kaiser Franz Joseph eröffnete die einstige Nervenheilanstalt im Jahr 1902 persönlich.
Psychische Erkrankungen und die Beschäftigung damit, habe es in der Menschheitsgeschichte immer gegeben, aber der Umgang in der Gesellschaft damit habe sich gewandelt, „das wollen wir zeigen“, kündigte Laussegger moderne Kulturvermittlung für Familien und Schulen an.
Lob für den Mut, mit der Schau Stigmata zu psychisch kranken Menschen abzubauen, gab es von Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) und Spitalslandesrat Anton Kasser (ÖVP), die anwesend waren.
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