Fahrverbot gilt für die  Ansiedelungsstraße in Klagenfurt .

© /Thomas Martinz

Klagenfurt
11/03/2014

Kurioser Streit um 800.000 Euro für eine "Straße ins Nichts"

Betriebsansiedelung ist problematisch, stadtnahe Gesellschaft muss Kredit begleichen.

von Thomas Martinz

Klagenfurt, Ebenthal. Dort erstreckt sich als Abzweigung der St. Jakob Straße die rund einen Kilometer lange "George C. Marshall Straße". Auf Google Maps ist sie nicht zu finden. Lediglich Hundebesitzer nützen den asphaltierten Weg, um mit ihren Vierbeinern einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Für Pkw war und ist die Straße nicht befahrbar. Das Verbotsschild sagt alles, der Hinweis "Sackgasse" erübrigt sich eigentlich.

Jetzt ist allerdings ein Streit um ebendiese Straße entbrannt. SPÖ-Stadtrat Jürgen Pfeiler nennt sie abwertend "Straße ins Nichts" und sieht die 800.000 Euro für deren Errichtung in den Sand gesetzt. Klaus Thuller, Geschäftsführer der Gesellschaft Unternehmenszentrum (UZ) Immobilienbesitz GmbH, bezeichnet sie hingegen als "Grundbedingung für künftige Betriebsansiedelungen".

Ansiedeln sollte (oder soll) sich hier primär das neue Klagenfurter Biomasse-Kraftwerk. Es existiert ein Optionsvertrag zum Grundstückskauf zwischen der "UZ Immo" sowie der "Riegler & Zechmeister GmbH", die das Kraftwerk erreichten will. Das Landesverwaltungsgericht hat die gewerberechtliche Genehmigung für den Betrieb aber inzwischen aufgehoben, der Ausgang des Verfahrens ist offen. "Es gab bereits andere Interessenten, die Grundstücke kaufen wollten", sagt Thuller.

Der einzige Betrieb weit und breit ist jedoch das Magna-Werk, das seit der Eröffnung 2008 in der Kritik steht. Aus 600 Arbeitsplätzen wurden bei der "Magna Auteca AG Klagenfurt", die Klimaklappen-Antriebe produziert, rund 50. Aus Investitionen in der Höhe von 80 Millionen wurden 10. Das Gewerbegebiet wird bisher den Erwartungen nicht gerecht.

"Keine Flächen"

Thuller sieht den vorzeitigen Straßenbau dennoch als "einzige Möglichkeit zur Betriebsansiedelung in dieser Region. In Klagenfurt gibt es ansonsten keinerlei Gewerbeflächen. Wir müssen etwaigen Betrieben eine versorgungsoptimierte Straße bieten. Die Stadtwerke haben dafür ja auch Geld in die Hand genommen."

Die von der Stadt ausgegliederte UZ-Gesellschaft musste allerdings im Herbst 2013 einen Kredit aufnehmen, um die Straße errichten zu können. "Und jetzt ist das Unternehmenszentrum zahlungsunfähig, weil es die 800.000 Euro bis Jahresende zurückzahlen muss", sagt Pfeiler. Thuller beharrt darauf, dass aus Grundstückserlösen Geld zu lukrieren sein werde. Inzwischen hoffe man auf ein Darlehen der Stadt.

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