Chronik | Österreich
29.08.2018

Klagenfurter Hallenbad-Streit: „Bürgerrat wurde gelenkt“

Schwere Vorwürfe eines Mitglieds: Wörthersee-Ostbucht sei als beste Lösung beworben worden

Wo wird das neue Klagenfurter Hallenbad errichtet? Die Politik konnte sich nie auf einen Strandort einigen, folglich soll ein Bürgerrat die Frage klären. Dieser Beteiligungsprozess ist aber von Anfang an Kritik ausgesetzt.

Es begann bei der Auswahl der Bürgerräte, die aus der Kartei des Energieriesen und aktuellen Hallenbadbetreibers Stadtwerke Klagenfurt gezogen wurden. Ein Mitglied, das anonym bleiben will, behauptet nun gegenüber dem KURIER, dass dieses Gremium erst aus 18 Personen bestanden habe und dann mit Angestellten der Stadtwerke auf 23 aufgestockt worden sei.

„Diese haben den Prozess bewusst in Richtung Ostbucht am Wörthersee gelenkt. Die anderen Örtlichkeiten wurden ausgeschieden, obwohl es nie Abstimmungen gab. Außerdem hat ein Stadtplaner, der uns alle vier Standorte gezeigt hat, die Ostbucht als beste Lösung aktiv beworben“, sagt der Mann. Tatsächlich favorisiert der Bürgerrat nun diesen Platz. Das Hallenbad soll direkt am Wörthersee an das Strandbad anschließen. Dieses wird ebenfalls von den Stadtwerken betrieben.

Peter Plaikner, der den Bürgerbeteiligungsprozess begleitet, meinte, er könne keinen dieser Vorwürfe nachvollziehen. Auf anonym getätigte Aussagen wolle er auch nicht im Detail reagieren.

Indes gibt es seit 13. August eine Internet-Petition des Privatmanns Peter Strutz, die zu einem „Nein zur Verbauung der Ostbucht“ aufruft. „Immerhin würden große Areale des Metnitzstrandes und des Naherholungsgebiets Europapark dem Hallenbad zum Opfer fallen. 2354 Personen haben die Petition bereits unterschrieben“, teilt Strutz mit.

Martin Strutz (mit Peter Strutz nicht verwandt, siehe oben), der Hallenbad-Projektkoordinator der Stadt, meint dazu: „Diese Unterschriften werden in die politische Letztentscheidung zum Hallenbadstandort einfließen.“