17 Kinderfahrradhelme im Test: "Alle Modelle mit Verbesserungspotenzial"

In Österreich besteht für Kinder bis zum 12. Geburtstag eine Radhelmpflicht.
Drei Schulkinder fahren mit dem Fahrrad zur Schule.

Zusammenfassung

  • 15 von 17 getesteten Kinderfahrradhelmen wurden als "durchschnittlich" bewertet, zwei fielen durch, alle bieten aber deutlichen Schutz vor Kopfverletzungen.
  • Bei sechs Helmmodellen wurden Mängel an Riemen, Schloss und Sichtbarkeit festgestellt, was die Schutzwirkung im Ernstfall beeinträchtigen kann.
  • Von elf getesteten Kinderfahrrädern erhielten fünf wegen problematischer Bremsen ein "nicht zufriedenstellend", nur eines wurde mit "gut" bewertet.

Bei einem Test von Kinderfahrradhelmen hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) viel Potenzial für Verbesserungen festgestellt: 15 der 17 Helme wurden als "durchschnittlich" beurteilt, zwei sind komplett durchgefallen. Dennoch: "Selbst mit den Schlusslichtern aus dem Test sind Kinder deutlich sicherer unterwegs als ohne Helm", betonten die Fachleute. In Österreich besteht für Kinder bis zum 12. Geburtstag eine Radhelmpflicht.

Es handelte sich um einen Gemeinschaftstest mit der deutschen Stiftung Warentest, ADAC und anderen europäischen Verbraucherorganisationen. Kein Modell konnte gleichermaßen bei Unfallschutz und Handhabung punkten. Verzichten sollte man darauf trotzdem nicht. Laut einer US-Studie haben Menschen, die bei einem Fahrradunfall einen Helm tragen, ein um 52 Prozent geringeres Risiko, ein schweres Hirntrauma zu erleiden. Das Risiko, an den Unfallfolgen zu sterben, ist um 44 Prozent niedriger.

Alle Testmodelle puffern Aufprall ab

Alle 17 in Österreich erhältlichen Testmodelle pufferten einen Aufprall deutlich ab und beugen so schweren Kopfverletzungen vor - manche besser als andere. Auch Abus YouDrop und Melon Urban Active, die eine "weniger zufriedenstellende" Beurteilung erhielten, dämpfen Stöße zwar ordentlich, doch ihre seitlichen Riemen sowie der Kinnriemen können sich lockern. Im schlimmsten Fall verrutscht bei einem Sturz der Helm und kann nicht mehr gut schützen. Insgesamt wurde bei sechs Modellen Verbesserungsbedarf bei Riemen und Schloss festgestellt. Auch die Sichtbarkeit lasse teils zu wünschen übrig - einige bleiben im Dunkeln nahezu unsichtbar, kritisierte der VKI.

Kinderfahrräder mit zu starken Vorderbremsen

Wie wichtig Helme sind, zeigt ein ebenfalls am Dienstag vorgestellter VKI-Test zu Kinderfahrrädern: Einige kleine Testpersonen stürzten dabei durch zu starke Vorderbremsen über den Lenker. Dank der Helme wurde niemand verletzt. Von elf überprüften 14-Zoll-Fahrrädern für Drei- bis Fünfjährige erhielt nur eines eine "gute" Bewertung. Fünf Räder wurden aufgrund der problematischen Bremsen als "nicht zufriedenstellend" eingestuft, der Rest war "durchschnittlich".

Getestet wurden Marken wie Bulls, Cube, Decathlon, Puky oder Woom, die Modelle kosten 115 bis 533 Euro. Bei vier Rädern seien "die Vorderbremsen gefährlich stark - und zwar bei den getesteten Modellen von Academy, Bachtenkirch, Bikestar und Cube", berichtete der VKI. Ein weiteres Rad von Dino Bikes fiel wegen einer zu schwachen Hinterbremse durch. Zudem brach beim Belastungstest der Gabelschaft.

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