Chronik | Österreich
25.08.2018

Kampf gegen Vorstand in der Arche Noah

Richtungsstreit wirkt sich auf den gesamten Verein aus, Mitgliederverluste befürchtet.

In der Arche Noah, die ihren Sitz in Schiltern (Bezirk Krems-Land) hat, brodelt es: Christian Schrefel, seit 2012 der Obmann des Vereins, nennt es einen „Richtungsstreit, der sich durch die Organisation zieht“. Grund dafür sei die Frage, ob man sich künftig auch vermehrt der Landwirtschaft widmen solle – neben dem Gartenbau.

Die Rechnungsprüferin von der Gesellschaft, die sich für für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt einsetzt, Gertrud Körbler, seine Kontrahentin, wurde deshalb im Frühjahr von zwei der sechs Vorstandsmitgliedern angesprochen. Sie sollte den Vorstand dazu bringen, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. „Wir bekamen ein ’Nein’ als Antwort von den anderen Vorstandsmitgliedern. Aber ich bin ein Organ des Vereins und ich muss zu so einer Versammlung einladen, wenn ich Missstände sehe“, sagt Körbler. Sie hat deswegen Briefe und E-Mails verschickt und für den 8. September eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Anschließend hat sie eine eigene Internetdomain angelegt, auf der sie nun die Mitglieder über das aktuellen Vorgehen informiert.

„Falschmeldung“

Schrefel hat unterdessen auf der Arche-Noah-Homepage verkündet, dass es sich bei der Ankündigung der Versammlung um eine „Falschmeldung“ handelt und die tatsächliche Sitzung im November stattfinden wird. „Ich werde jetzt als Putschistin hingestellt. Mein Ziel bei dieser Versammlung ist es aber nicht, den Vorstand zu stürzen. Ich will, dass diese Versammlung stattfindet, weil ich finde, dass alle Mitglieder das Recht haben zu erfahren, was derzeit im Verein vor sich geht“, sagt Körbler. Damit spielt sie auf die finanzielle Situation an.

„Ich habe schwere Bedenken über die wirtschaftliche Situation der GmbH, die eine Hundert-Prozent-Tochter des Vereins ist. Wenn es die GmbH zerspragelt, dann verliert auch der Verein viel Geld“, erklärt sie. Aber auch das Verhalten zweier Vorstandsmitglieder, die sich immer mehr Macht zuschaufeln würden, müsse Körblers Meinung nach hinterfragt werden. „Wenn bei der Versammlung dann Abstimmungen über die Themen erfolgen, müssen diese Entscheidungen respektiert werden“, sagt sie.

Imageschaden

Schrefel sieht das ganz anders: „Das ist keine legale Versammlung der Arche Noah. Folglich kann nichts beschlossen werden, was Relevanz hat.“

Auch die finanzielle Situation der GmbH schätzt er als nicht gefährlich ein. Der Punkt in dem sie sich einig sind: Wenn die Streitereien so weitergehen, werden wohl bald einige der derzeitigen 15.000 Mitglieder verloren gehen. „Der Imageschaden ist schon passiert. Vielleicht werden wir schrumpfen, aber ich habe das Gefühl, dass der Verein nach dem Prozess neu durchstarten kann“, gibt sich Körbler optimistisch.