Die Jungmediziner marschierten gestern in Klagenfurt auf und „besuchten“ die Landtagssitzung.

© /josef kuess

Kärnten
02/05/2015

Jungärzte steigen auf die Barrikaden

Treffen mit Landeschef brachte keinen Fortschritt. Überstunden werden nicht geleistet.

von Thomas Martinz

Auf der Stelle treten die Streitparteien, die in Kärnten um eine Lösung in der Debatte um eine Erhöhung der Ärzte-Grundgehälter ringen. Nachdem eine weitere Verhandlungsrunde zwischen Medizinern und dem Spitalserhalter KABEG gescheitert ist, steigen die Jungärzte, die sich beim Vorschlag des Landes benachteiligt sehen, auf die Barrikaden.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, war für gestern, Donnerstag, um 14 Uhr, ein "Besuch" der Landtagssitzung in Klagenfurt geplant. Weil Demonstrationen an Sitzungstagen verboten sind, versammelten sich die rund 100 Jungärzte auf der Besuchergalerie. "Wir wollen sämtliche Politiker auf unsere Forderungen aufmerksam machen", sagt Turnusärzte-Sprecher Christoph Arneitz.

Zeitgleich wurde ein Offener Brief an Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) verschickt, in dem es heißt: "Wir sind es müde, von einem steirischen, Salzburger oder sonstigen Modell zu lesen. Wir wollen ein Kärntner Modell, das nicht nur einem kleinen Teil der Oberärzte mehr Einkommen bringt." Am Rande der Landtagssitzung kam es schließlich auch zu einem Treffen zwischen Kaiser und den Jungärzten. Der Landeshauptmann stellte eine neue Verteilung der 13,5 Millionen Euro in Aussicht und lud die Protestierenden zur Mitarbeit ein. Arneitz sprach von einem "ersten Schritt", betonte aber: "Mit einer Umverteilung wird das nicht gehen. Was dem erfahrenen Facharzt zusteht, muss auch dem jungen Arzt zustehen und dafür sind weitere finanzielle Mittel erforderlich."

Beschluss

Die Mediziner verfügen übrigens über ein Druckmittel, das angesichts der angespannten Lage in den Spitälern nicht zu unterschätzen ist: sie werden ohne positiven Verhandlungsabschluss keinerlei Überstunden leisten.

Dem KURIER liegt ein Schreiben der Ärztekammer an alle Spitalsärzte vor, in dem es heißt: "Die Ärztevertreter haben (...) einstimmig beschlossen, dass von einer Opt-out-Regelung (die freiwillige Leistung von Überstunden, Anm. d. Red.) auf Betriebsebene aufgrund des dazu fehlenden Beschlusses in einer Betriebsversammlung angeraten wird."

Sogar Mediziner in geistlichen Häusern hätten den Beschluss mitgetragen, betonte Ärztekammerpräsident Josef Huber.

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