Chronik | Österreich
28.07.2018

Jobangebot: Hobbykicker mit 2000 Euro Gehalt

Schwarzgeld: Einige Sportvereine zahlen im Graubereich der Legalität fürstliche Summen.

Geld verdienen als Fußballer. Für viele Kicker ist der Traum vom Profigeschäft einer der größten.  Allerdings muss man nicht in den Profibereich wechseln. Selbst im Amateurfußball wird viel Geld in Spieler investiert. Und häufig werden Summen an den Behörden  vorbeigeschleust. Offiziell will darüber  keiner mit dem KURIER sprechen. Allerdings waren mehrere aktive Vereinsfunktionäre bereit,  anonym über das offene Geheimnis zu sprechen.

Das ausgeklügelte System, mit dem die Vereine operieren,  lebt vor allem von Handschlagqualität. Schriftliche Verträge gibt es kaum, ebenso keine Überweisungen. Geld bekommen viele Spieler bar auf die Hand. Beträge zwischen 300 und 700 Euro sind noch harmlos. In Einzelfällen zahlen Vereine in den untersten Ligen bereits 2000 Euro pro Monat.

Sportlicher Erfolg

Über nicht verrechnete Konsumation in der Kantine oder bei Vereinsfesten umgehen zahlreiche Teams die Registrierkassenpflicht.  Die Praktiken werden nicht bei allen Teams angewandt, doch der Großteil weiß sich gar nicht anders zu helfen, wie ein anonymer Insider erzählt: „Um sportlich erfolgreich zu sein, braucht man starke Spieler. Davon gibt es vor allem im nahen Ausland einige. Sie werden wie Söldner gut bezahlt und sollen Erfolg bringen.“

Zum Teil sind die Spieler, egal ob aus dem Ausland oder aus  Österreich, arbeitslos. Mit dem Arbeitslosengeld und den zusätzlichen inoffiziellen Spielergehältern lässt sich wohl ein gutes Leben führen. „Und diese Konstellation kommt in ganz Österreich wohl am häufigsten vor“, erklärt der Insider.

Ebenfalls gängige Praxis ist die Anmeldung eines Spielers als Mitarbeiter des Hauptsponsors: „Doch der Spieler arbeitet nie in dem Unternehmen. Der Sponsor bezahlt den Spieler für seine Tätigkeit als Fußballer. So werden die Vereine nicht belastet.“  Diese Methode wird gern in höheren Ligen angewandt, wo es einen finanzkräftigen Hauptsponsor gibt, es aber für den Profi-Fußball noch nicht reicht.