Chronik | Österreich
30.10.2018

Jeder Zentimeter wird akribisch überwacht

Alle System-Checks sind endlich abgeschlossen, der Kaisermühlentunnel gehört zu den sichersten Tunnels in ganz Europa.

Insgesamt ist das Straßensystem rund um die Anlage 10.000 Meter lang. Befahrbar sind davon aber nur 2200 Autobahn-Meter – der Rest bleibt im Verborgenen. Dort laufen auch alle Vorgänge ab, welche die Sicherheit im Tunnel gewährleisten.

91 Kameras und ebensoviele Mikrofone sind für das System „AKUT“ zuständig. Damit kann jeder Abschnitt der Autobahn überwacht werden. Das Visuelle ist aber nur ein kleiner Teil des Konzeptes, wie Kurt Portschy von der Asfinag erklärt: „Die Mikros können untypische Geräusche erkennen. Das funktioniert, weil die üblichen Töne herausgefiltert werden.“ So kann AKUT beispielsweise ein Hupen, einen Hilfeschrei, quietschende Reifen oder das Zumachen einer Autotür erkennen und sofort Alarm schlagen. Neben den AKUT-Kameras überwachen noch 97 weitere den Verkehr in Wiens längstem Straßentunnel.

Mega-Lüfter

Besonders gefährlich wird es in einem Tunnel, wenn es brennt. Um Rauchgase im Ernstfall schnell aus den Röhren zu blasen und auch sonst für frischen Wind zu sorgen, hängen an den Tunneleinfahrten jeweils sechs Mega-Lüfter.

Um die Funktionsweise zu überprüfen und die Lüfter perfekt aufeinander abzustimmen, wurden beim Installieren 50 Liter eines Benzin-Diesel-Gemischs kontrolliert entzündet. Die Hitzeentwicklung entsprach der eines Fahrzeugbrandes und betrug mehr als 800 Grad. Die Lüfter lenken die Gase so um, dass sie nicht in die Nebentunnel, die als Fluchtwege dienen, gelangen können.

Eher unbeliebt bei schnellen Autofahrern ist die Section Control, die vor 15 Jahren installiert wurde. Das System überwacht die Geschwindigkeit eines jeden Fahrzeugs vom Anfang bis zum Ende des Tunnels und war schon für viele Strafzettel verantwortlich. So ärgerlich eine Strafe ist, so effektiv ist die Anlage aber in Sachen Sicherheit: Seit 2003 sind die Unfälle im Kaisermühlentunnel um 50 Prozent zurück gegangen. Außerdem gab es seit der Installation der Section Control keinen tödlichen Unfall mehr.