Ein Mann zerrt die blutende und laut schreiende Gams über steiniges Gelände.

© youtube

Tierquälerei
08/27/2013

Jagd-Video aus Tirol sorgt für Entsetzen

Aufnahmen zeigen, wie ein Jäger eine verwundete Gams über einen Geröllhang schleift.

Die Bilder gehen unter die Haut: Ein im Internet kursierendes Video einer Jagd in Tirol zeigt, wie ein Jäger eine angeschossene Gams an den Hinterbeinen über einen Geröllhang schleppt. Das Tier zappelt in Todesangst und zieht eine lange Blutspur nach sich. Erst nach zwei Minuten kommt ein zweiter Jäger hinzu und erlöst das Wild mit einem Messer von seinem Leiden.

„Ich bin erschüttert und möchte, das so etwas nie wieder geschieht“, sagt der Holländer Jos van de Sande, der die Aufnahmen gemacht und ins Internet gestellt hat. Sie sollen am 15. August auf dem Scharnitzjoch im Gemeindegebiet von Leutasch (Bezirk Innsbruck Land) entstanden sein. Der Holländer war gemeinsam mit sieben Freunden auf einer Bergtour, als er Zeuge des Vorfalls wurde. „Ich habe bemerkt, dass da schrecklich mit der Gams umgegangen wird und alles mitgefilmt.“

Ermittlungen im Gange

Mit „blankem Entsetzen“ hat auch Tirols Landesjägermeister Anton Larcher die Bilder gesehen, wie er kurz vor einer Krisensitzung in der Causa am Montag sagte. Das richtige Verhalten in so einem Fall wäre gewesen, das Tier mit einem Fangschuss aus unmittelbarer Nähe zu töten. „Aber man schleift es nicht qualvoll über Steine.“

Um wen es sich bei der Jagdgesellschaft handelt, wusste Larcher noch nicht. Erhebungen seien bereits im Gange. „So etwas entspricht aber absolut nicht der Linie des Jägerverbandes. Ich gehe davon aus, dass das disziplinarrechtliche Folgen haben wird.“ Den Jägern drohe etwa der Entzug der Jagdkarte. Außerdem könne der Vorfall in der Verbandszeitung veröffentlicht werden. „Da wissen dann 16.000 Jäger, was da passiert ist“, sagt Larcher, der noch keine Vorverurteilung aussprechen will. „Aber das Video spricht Bände.“

Update: Der Tiroler Jägerverband hat die beteiligten Jäger in der Zwischenzeit ausgeforscht. Bei dem Schützen handelt es sich dem Vernehmen nach um einen Jagd-Gast aus Russland. Ein Disziplinarverfahren wurde bereits eingeleitet, den Beteiligten droht damit der Entzug ihrer Jagdkarten. Zudem wird der Tiroler Jägerverband Anzeige gegen die Verantwortlichen wegen Tierquälerei einbringen. "Wer so mit unseren Wildtieren umgeht, der hat in der Tiroler Jägerschaft keinen Platz", sagt Landesjägermeister Anton Larcher in einer Aussendung. Das Video wurde in der Zwischenzeit von Youtube gelöscht, auf dailymotion.com ist es allerdings noch abrufbar.

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