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Chronik Österreich
06/07/2019

IS-Rückkehrerin: Großeltern besuchten Enkel in syrischem Camp

Eine Salzburgerin, die sich dem IS angeschlossen hatte, will zurückkehren und hat ein Rückkehrersuchen gestellt.

von Matthias Nagl, Michaela Reibenwein

Für eine Stunde haben sie Tochter und Enkelkinder gesehen. Dafür mussten die Eltern von Maria G. bis nach Syrien reisen. Dort hat sich ihre heute 22-jährige Tochter vor einigen Jahren freiwillig dem Islamischen Staat angeschlossen. Inzwischen hat sie in Syrien Kinder bekommen. Eines ist drei, eines ein Jahr alt.

Die Salzburgerin steht aber auch auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts. Die junge Frau weiß, dass gegen sie in Österreich ein Verfahren läuft, nun will sie mit ihren Kindern nach Österreich zurückkehren. Ihre Eltern besuchten sie im Flüchtlingscamp Al-Hol im Osten Syriens.

„Sie wissen nun aus erster Hand, wie schlecht es den Kindern geht. Sie sind unterernährt und in einem erbärmlichen Zustand“, sagt Johann Eder, Anwalt der Familie zum KURIER. Laut „Ärzte ohne Grenzen“ gibt es im Camp Al-Hol, in dem rund 70.000 Menschen leben, einen eigenen Bereich für Nicht-Syrer. Wegen Sicherheitsbedenken der kurdischen Autonomiebehörden dürfen sich diese nicht frei im Camp bewegen.

Ministerium informiert

„Die kurdischen Behörden wollen einen ersten klaren Schritt vonseiten Österreichs, dass sie hierher zurück darf“, erklärt Eder. Die Eltern von G. haben das Außenministerium schon lange um Unterstützung ersucht.

Mittlerweile ist das Ministerium offiziell über den Fall informiert. „Wir wissen von der Dame, der Fall wird gerade geprüft“, erklärt ein Sprecher. Auch ein offizielles Rückkehr-Ersuchen dürfte bereits vorliegen und sei Teil dieser Prüfung. In ihrer Verzweiflung wendete sich die Mutter auch an Schlepper, um ihre Tochter nach Österreich zurückzubringen. Das brachte ihr eine Anklage wegen Unterstützung einer Terrororganisation ein.