Österreich und Persien: Weshalb für den Schah alle Ampeln grün waren

Schon im 16. Jahrhundert gab es Verbindungen der Habsburger ins Perserreich. Die größte Gruppe der Exil-Iraner lebt heute in den USA.
Mehrere Männer in Anzügen und Uniformen begrüßen sich auf einem Flughafen, umgeben von Fotografen und Journalisten.

Ob Nasreddin 1873 oder Reza Pahlavi, persische Herrscher traten in Wien nie ohne große Entourage auf: Im Februar 1965 wurde Schah Pahlavi vom halben Regierungsteam und dem – schwer erkrankten – Bundespräsidenten Adolf Schärf in Schwechat empfangen.

Grüne Welle für den Schah

Der Schah ließ sich vom Flughafen zum Bahnhof eskortieren (inklusive auf Grün geschaltete Ampeln auf der Route), um zur Kur nach Gastein zu fahren, nicht sein erster Aufenthalt im Land übrigens.

Die Beziehungen Österreichs mit Persien reichen weit zurück. 1858 etwa schloss man einen "Freundschaftsvertrag", nachdem es bereits im 16. Jahrhundert Verbindungen zu den Persern gab. Schließlich hatte man einen gemeinsamen Feind, die Osmanen, von denen sich sowohl Habsburger Herrscher als auch persisches Reich in ihrer Vormachtstellung bedroht sahen.

Geschichte über 2.500 Jahre

Macht, eines der Schlüsselworte in der rund 2.500-jährigen Geschichte Persiens, jenem einstigen Weltreich, in dem sogar Menschenrechte verankert waren. Doch weitere Schlüsselbegriffe prägen seine Geschichte: Fremdbestimmung, etwa im 19. Jahrhundert durch Großbritannien und Russland, und religiöser Fanatismus.

Auch nach Khomeinis Machtübernahme 1979 hielten die Verbindungen Österreichs in den Iran. So blieb das 1958 eröffnete österreichische Kulturinstitut geöffnet, während ähnliche Einrichtungen anderer westlichen Staaten geschlossen wurden.

2015, eine zarte Hoffnung

 2015 gab der Abschluss eines Atomabkommens die Hoffnung auf neuerliche Wirtschaftsbeziehungen trotz des Mullah-Regimes, Konzerne und Politiker gaben sich in Teheran die Klinke in die Hand. Mit dem damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer an der Spitze einer Delegation besuchten mehr als ein Dutzende Firmenchefs auch aus Österreich den Iran.

Rund 19.000 iranische Staatsbürger leben laut Statistik Austria heute in Österreich, eine Anzahl, die sich binnen 20 Jahren mehr als verdreifacht hat.

Wo die meisten Exil-Iraner leben

Die Zahl der Exil-Iraner wird weltweit auf rund vier Millionen geschätzt. Die größten Gemeinschaften gibt es in den USA, hier vor allem im Raum Los Angeles mit rund 500.000 Menschen mit persischen Wurzeln. In Deutschland sind es rund 320.000, das ist die größte Gruppe von Exil-Iranern in Europa.

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