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Chronik Österreich
07/15/2019

Innung nimmt "schwarze Schafe" unter den Friseuren ins Visier

Die Interessensvertretung fordert, dass Biliganbieter vermehrt kontrolliert werden. Es gebe Sozialbetrug und Preisdumping.

von Konstantin Auer

„Wir haben immer schon mit Pfusch zu tun gehabt, aber die Probleme werden immer schlimmer“, klagt Katharina Strassl, die drei Friseursalons in Wien betreibt. Grund dafür seien die vielen Billiganbieter.

Die Friseurinnung hat deshalb eine Informationsoffensive gestartet, um die entsprechenden Kontrollbehörden (Arbeitsinspektorat, AMS, Gebietskrankenkasse und Finanzpolizei) aufmerksam zu machen.

Innungsmeister Marcus Eisinger erklärt, dass viele der Billiganbieter die Mitarbeiter geringfügig anmelden und diese nebenbei noch Arbeitslosengeld oder Mindestsicherung beziehen würden. Sie würden großteils schwarz kassieren. „Nur so kann man die billigen Haarschnitte erklären“, sagt er.

Ein Haarschnitt würde sich für den Friseur erst ab 14 Euro rechnen, sagt Eisinger. Katharina Strassl verlangt 23 Euro - ohne Waschen und Föhnen. Davon würden ihr drei Euro bleiben, sagt sie. "Dem Billianbieter, der keine Steuern zahlt bleiben 10 von 10 Euro", sagt sie, "diese beschädigen das Image der Branche, weil sie nichts zur Qualitätssicherung beitragen".

Vor allem bei den Herren würde sie eine Abwanderung zu den Barbershops bemerken. "Wir bluten aus", sagt sie. Wer ausgebildetes Personal, Termine und eine Gewährleistung erhalten wolle, müsse umdenken.

Nachwuchsmangel

Die Anzahl der Friseurbetriebe sinke, sagt Eisinger. Immer wieder würden Salons als Scheinfirmen oder Vereine fungieren oder gar einzelne Stühle  vermieten. Diese dürfen keine Lehrlinge ausbilden, was für Nachwuchsmangel sorge.

„Es kann und darf nicht sein, dass einige wenige schwarze Schafe die wirtschaftliche Basis von 1.800 Friseuren untergraben“, sagt Eisinger.

Auch Strassl fordert, dass die „billige Konkurrenz endlich kontrolliert wird“ und appelliert an die Kunden, eine Quittung zu verlangen.

 

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