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Chronik Österreich
03/29/2019

Hundezone statt Café: Wirt sperrt die Identitären aus

Gastronom wollte Rechtsextremen keine Bühne für ihre politische Inszenierung bieten. Park wurde zum Ausweichquartier.

von Wolfgang Zaunbauer

Es ist eine skurrile Szenerie: Martin Sellner steht neben der Hundezone  beim westlichen Eingang zum Wiener  Türkenschanzpark, umringt von gut zwei Dutzend Journalisten. Daneben tummeln sich rund 20 Anhänger des Identitären-Chefs – manche  mit Kindern. Den äußeren Cordon bilden vielleicht zwanzig Polizisten. Dazwischen immer wieder verdutzte Spaziergänger.

Zwischen Hundegebell und dem Lärm Basketball spielender Jugendlicher versucht sich der Anführer der rechtsextremen Bewegung zu erklären. Sellner spricht von Vorverurteilung. Von Milliarden Muslimen, die für die Anschläge von Christchurch auf Rache sinnten, weshalb die Berichterstattung über die Spende des Attentäters an ihn seine Familie in Gefahr bringe.

Keine Reservierung, keine Zustimmung

Tatsächlich ist das mediale Interesse beträchtlich. Neben heimischen TV-Stationen haben auch ARD und ZDF ihre Kamerateams geschickt. Zwei Pensionisten stehen daneben und schimpfen über die versammelte „Lügenpresse“ – in der Hand Werbefolder der FPÖ.

Dass Sellner sein Statement unter freiem Himmel und dem Odeur der Hundezone abgeben muss, verdankt er Malek Assad: Der Wirt hat kurzerhand sein Café zugesperrt und so die Identitären ihrer Pressekonferenz-Lokation beraubt.

„Ich habe von der Pressekonferenz aus den Medien erfahren“, so Assad zum KURIER. Eine Reservierung habe es nicht gegeben - auch keine Zustimmung seinerseits: „Ich will denen keine Bühne für politische Inszenierungen bieten.“