Chronik | Österreich
26.08.2018

Hunderte unterschrieben Petition gegen Luchspaar-Abschuss

Bürgermeister will gegen die Luchse vorgehen, viele Bewohner wehren sich dagegen.

Abschießen oder nicht abschießen, das ist die Frage, die sich Waidhofen an der Ybbs derzeit bezüglich eines aus dem Tierpark entlaufenen Luchs-Pärchens stellt. Nachdem der Bürgermeister den Abschuss prüfen lässt, wurde eine Online-Petition dagegen gestartet.

„Ich wollte sehen, wie viele Einwohner gegen einen Abschuss des Luchses sind“, begründet der Initiator Matej Pirnat seine Entscheidung, mit der Petition zu beginnen. Bereits innerhalb weniger Stunden hatten Hunderte ihre Unterschrift darunter gesetzt. „Es wird so eine Panikmache durchgeführt. Es gibt kein Bild vom Hundeopfer und die letzten Wochen, in denen der Luchs in Freiheit war, sind nur Fotos aufgetaucht, wo sich die Menschen anscheinend nicht bedroht gefühlt haben“, sagt der 42-Jährige weiter.

„Mehrere Hiebe“

Ausgangspunkt für die aktuelle Diskussion war das Zusammentreffen zwischen den Luchsen und einer Familie mit ihrem Hund. „Der Luchs hat den Hund frontal angegriffen. Dabei wurde er im Bereich der Augen-, Intraorbital- und Nasenregion durch Bisse verletzt. Nach mehreren Hieben meiner Mutter auf den Luchs ließ dieser vom Hund ab, blieb aber stehen“, heißt es in einer Schilderung der Ereignisse auf der Facebook-Seite des Bürgermeisters Werner Krammer (ÖVP).

Seit über drei Wochen würden die Verantwortlichen des Tierparks versuchen, die beiden Tiere einzufangen. Nun sei der Bürgermeister jedoch verpflichtet, alle erforderlichen Maßnahmen zur Sicherheit der Besucher des Buchenberges zu prüfen. „Dazu gehört – im äußersten Fall, den ich nicht anstrebe und der hoffentlich nicht eintreten wird – auch ein Abschuss“, schreibt Krammer weiter. Inzwischen würden alle Anstrengungen gesetzt werden, die Tiere lebend zu fangen. Pirnat hat bei einem Spaziergang am Samstag bereits die Lebendfallen – Käfige mit Eintagsküken – gesehen, wie er sagt.

Auch Experten aus dem Nationalpark Kalkalpen wurden angefordert, um bei der Luchsjagd zu helfen. Christian Fuxjäger, der Leiter des Luchs-Projektes in diesem Park, sagt in einem Youtube-Video, dass von einem Luchs für Menschen keine Gefahr ausgehe. Nur mit Hunden würde er das Gebiet einstweilen meiden. Pirnat hofft unterdessen, dass er den Bürgermeister durch seine Initiative zu einem Umdenken bewegen kann.