Wie Hermann Maier zu einem Bootshaus am Attersee kam
Traumhafte Kulisse: der Attersee bei Weißenbach.
Bootshäuser im Salzkammergut sind ein heißes Thema und verursachen meist hohen Wellengang: weil entweder Millionen lockergemacht oder gar strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen werden (wie zuletzt am Traunsee). Das rare Luxusgut Bootshaus ruft jedenfalls beständig die Neider auf den Plan – so geschehen soeben bei Österreichs Ski-Ikone und Olympiahelden Hermann Maier.
Olympiaheld Hermann Maier.
Seit mehr als 15 Jahren lebt der Flachauer am Attersee-Ostufer in Weißenbach – in der ORF-Sendung „Am Schauplatz“ wurde er vor Kurzem im Zusammenhang mit einem umstrittenen Immobiliendeal auf der anderen Attersee-Seite, in Unterach, genannt. Demnach habe der „Herminator“ das Bestandsrecht einer dortigen Bootshütte erworben, um eine neue vor seinem Domizil aufstellen zu dürfen; suggeriert wurde, dass Maier für diesen Hütten-Transfer einen Millionenbetrag an eine Immobilienfirma gezahlt habe.
Der KURIER fragte bei allen Beteiligten nach – und dabei stellt sich der Sachverhalt ganz anders dar. So dementiert Maier-Sprecher Walter Delle Karth heftig: „Da es sich um eine Privatsache handelt, kann ich dazu nichts sagen. Außer: Diese Darstellung ist vollkommener Blödsinn.“ Maier-Vertraute sind erbost, dass der Doppel-Olympiasieger in eine (politische) Fehde in Unterach über Spekulanten und Zweitwohnsitzer reingezogen werde. „Obwohl da kein Zusammenhang besteht.“ Nachsatz: „Das hat sich der Hermann nicht verdient.“
Keine Obergrenze für Bootshäuser
Fakt ist, dass die ominöse Bootshütte von Unterach laut Baulandsicherungsvertrag ohnedies entfernt werden musste. Und: Dass nur noch dann Bootshäuser genehmigt werden, wenn andernorts welche wegfallen, ist ein Mythos. „Eine Obergrenze oder einen ,Bewilligungsstopp‘ gibt es nicht“, heißt es sowohl von den Bundesforsten als Eigentümer des Attersees als auch bei der BH Vöcklabruck. Trotzdem ist es nicht leicht, die Genehmigung für eine neue zu bekommen (rund 200 gibt es am Attersee).
Wie also kam Maier zum Bootshaus? Der Schlüssel liegt darin, dass „der Hermann unter die Fischer gegangen ist“, erzählt ein Vertrauter. „Wenn man ein Fischereirecht hat – wie einst auch der Bio-Pionier Werner Lampert in Seewalchen –, hat man gute Argumente.“ Und wenn man als stark vernetzte Persönlichkeit wisse, dass andernorts ein Bootshaus abgerissen wird und sich dort das Landschaftsbild verbessert, steigere dies die Chancen. „Es haben mehrere Faktoren zusammengepasst – aber es hat nichts mit Millionenzahlungen zu tun“, heißt es.
In den Grundzügen wird dies von den Behörden bestätigt: BH-Chef Johannes Beer erklärt, dass „ein Fischereirecht zugunsten Hermann Maier“ eingetragen ist. Für das naturschutzrechtliche Verfahren sei ein Kriterium, „ob ein Bauwerk für die Ausübung des Fischereirechtes erforderlich ist“; zudem folge eine wasserrechtliche Prüfung. Klar sei bezüglich zivilrechtlicher Verträge und etwaiger Deals mit Bestandsrechten aber: „Dies ist für uns als Naturschutz- und Wasserrechtsbehörde rechtlich nicht relevant.“
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