Josef Herk will die 76 Prozent des Wirtschaftsbundes halten

© KURIER/Elmar Gubisch

Wirtschaftskammer-Wahlen
02/08/2015

Herk ärgert sich über Schikanen für Unternehmer

Präsident der steirischen Wirtschaftskammer: "Fühl’ mich wie Robin Hood im bürokratischen Sherwood Forest"

von Elisabeth Holzer

Seit Februar 2011 ist Josef Herk Präsident der steirischen Wirtschaftskammer. Der ÖVP-Wirtschaftsbund erreichte zuletzt 76 Prozent der Stimmen, zwischen 24. und 26. Februar wird neu gewählt.

KURIER: Was sind die größten Probleme der Unternehmer?

Herk: Die Schikane der Behörden, die wiehert aus jedem Unternehmen. Dieser bürokratische Faktor bedeutet hohe Kosten. Ein Gastwirt hat mir erzählt, sein Büro ist mittlerweile größer als die Küche, Stichwort allergene Kennzeichnungspflicht.

Aber die Sozialpartner sind doch vor solchen Entscheidungen involviert.

Die sind dabei, ja. Aber die Umsetzung der Gesetze ist sehr individuell. Ein Holzkochlöffel ist vielleicht in der Steiermark ein Problem, im Burgenland nicht. Für meine Lackieranlage sind in der Steiermark andere Punkte zu beachten als in Niederösterreich. Auf was kann man sich da verlassen?

Sie wünschen sich also eine Vereinheitlichung?

Selbstverständlich. Sonst ist da ja wie bei einem Kartenspiel, bei dem jeder seine eigenen Spielregeln hat. Deshalb haben wir auch die Online-Plattform "Schluss mit Schikanen" gegründet. Ich fühl’ mich da wie Robin Hood im bürokratischen Sherwood Forest.

Zur Zeit werden Strafen für jene diskutiert, die als integrationsunwillig eingestuft werden. Was halten Sie davon?

Ich halte von Strafen sehr wenig, das ist der falsche Zugang. Wichtig ist Integration über Arbeit und Arbeitsplatz Die beste Integration passiert an der Werkbank.

Ist die Zwangsmitgliedschaft in der Kammer heute noch zeitgemäß?

Ich nenne es Pflichtmitgliedschaft. Wenn wir dieses System ändern würden, hätten wir mehr Lobbyismus, die Großen würden ihr Interessen durchsetzen. Unsere Strukturen sind Klein- und Kleinststrukturen, aber wir haben ein System, in dem der kleinste die gleiche Stimme hat wie der größte. Ich gestehe aber zu, dass wir unsere Strukturen zeitgemäß ändern müssen.

Wer führt die ÖVP im Herbst in die Landtagswahlen?

Ein Spitzenkandidat. Aber ich kann es nicht abschätzen, wer das ist. Ich würde auf Hermann Schützenhöfer hoffen, mein Gefühl geht in diese Richtung. Ich wüsste auch gar nicht, wer das sonst machen könnte. Wenn ich in einem Unternehmen zwei solche Abteilungsleiter hätte wie Voves (SPÖ-Landeshauptmann Franz Voves, Anm.) und Schützenhöfer, dann würde ich sagen: Bitte weitermachen.

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