w&p in Klein St. Paul bleibt bei der Deponie-Sanierung im Rennen.

© /GERT EGGENBERGER

HCB
07/09/2015

Sanierung verschlingt bis zu 30 Millionen Euro

Im Kärntner Umweltskandal liegen vier Szenarien liegen am Tisch.

von Thomas Martinz

Die Zeitbombe tickt, eine Entscheidung lässt aber weiter auf sich warten. Während in der Deponie der Donau Chemie in Brückl 140.000 Tonnen mit Hexachlorbenzol kontaminierten Blaukalks lagern, wurden von den Entscheidungsträgern beim "Sanierungsgipfel" in Klagenfurt nur Szenarien aus-, jedoch keine Lösung beschlossen. Übrig geblieben sind vier Möglichkeiten, die nun geprüft werden:

1. Die derzeit favorisierte Variante ist eine Kombination: Der stark kontaminierte Blaukalk soll in Simmering verbrannt werden, der leicht kontaminierte in Arnoldstein. Und der Rest wieder bei "w&p" in Klein St. Paul. Das Werk müsste man aufrüsten, was laut Expertenmeinung rund zwölf Millionen Euro kosten würde. Kärntens Umweltlandesrat Rolf Holub versichert nur: "Stark belasteter Blaukalk wird in Klein St. Paul nicht verbrannt."

2. Auch diese Möglichkeit beinhaltet die Verbrennung des Blaukalks im Tal. Sie sieht aber die Verteilung des Materials auf mehrere Zementwerke in Österreich vor. "Allerdings hat sich nur eines bereit erklärt, den Blaukalk zu verwerten – w&p", teilt Herwig Schuster, Chemiker von Greenpeace mit.

3. Die dritte Variante fußt auf dem Plan, den Blaukalk nach Wien/Simmering zu verlagern. "Allerdings würden nicht nur Transportkosten entstehen. Es ist fraglich, ob das Werk die Kapazität von 20.000 Tonnen pro Jahr bedienen kann und will", führt Holub aus.

4. Das vierte Szenario sieht die Errichtung einer neuen Anlage in Brückl vor. Baukosten von rund 15 Millionen Euro wurden ins Spiel gebracht. Allerdings stellt sich die Frage, was mit diesem Werk nach der Deponie-Sanierung passiert.

Holub hielt fest, dass sich das vorläufige Ranking ändern könne, weil das Umweltbundesamt in die Überlegungen noch einrechnen würde, dass im Görtschitztal niedrigere Werte eingehalten werden müssten. Diese gesundheitliche Bewertung der Szenarien werde frühestens Ende August vorliegen.

Die kalkulierten Kosten für die Sanierung liegen laut Holub im Bereich von zwölf bis 30 Millionen Euro. Offen ist die Finanzierung. "Ohne Hilfe des Bundes wird es nicht gehen", meinte er.

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