Chronik | Österreich
07.12.2017

HCB-Heu: Verbrennung im Tal ist Thema

Weil Niederösterreich die kontaminierten Ballen ablehnt, lässt Greenpeace mit neuer Variante aufhorchen

Nachdem der niederösterreichische Umweltlandesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) bekannt gegeben hat, dass man die 7000 leicht mit Hexachlorbenzol (HCB) belasteten Heuballen aus Kärnten nicht übernehmen werde, bringt Greenpeace eine Verbrennung vor Ort in Klein St. Paul ins Spiel.

Seit drei Jahren lagern die in Plastik verpackten 12.000 Ballen am Werksgelände der Zementfabrik "w&p", die vor drei Jahren freiwillig den Futtermittelaustausch organisiert hat. 5000 Ballen werden in Deutschland verbrannt, auf dem übrigen Heu scheint der Konzern aber sitzen zu bleiben.

Doch nun meint Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster, aus seiner Sicht spreche nichts dagegen, das belastete Heu direkt bei den Wietersdorfer Werken zu verbrennen: "Die allerschlechteste Lösung wäre es, wenn die Heuballen noch lange vor Ort liegen würden. Denn das Plastik kann spröde werden, Wind kann hineinfahren und das HCB-Heu wieder im Görtschitztal verteilen."

"Transport verhindern"

Es sei besser, das Material schnell zu verwerten. Auch sei es nicht optimal, die Heuballen durch halb Österreich zu transportieren. "w&p", das für den HCB-Skandal verantwortlich gemacht wird, sei inzwischen auf einem hohen technischen Niveau, daher spreche umwelttechnisch nichts gegen einen Verbrennungsversuch, betont Schuster im ORF-Interview.

Die Kärntner Landespolitik hat sich stets dezidiert gegen eine Verbrennung im Görtschitztal ausgesprochen. "w&p" teilte am Mittwoch mit, dass derzeit keine Genehmigung vorliege, um die Futtermittel thermisch zu verwerten. Bis Ende Jänner 2018 muss ein Entsorger gefunden werden, denn sonst wird ein Altlastensanierungsbeitrag in Höhe von rund 600.000 Euro für das Zementwerk fällig.