Chronik | Österreich
28.05.2017

Hausdrache und Idefix: Die schönsten Figuren beim Narzissenfest

Ausseerland: Rund 20.000 Besucher kamen zum größten Blumenfestival Österreichs, 3.000 Helfer waren im Einsatz.

Bei strahlendem Sonnenschein und beinahe 30 Grad im Schatten ging am Sonntag im Ausseerland das mittlerweile 58. Narzissenfest zu Ende. Höhepunkt der Feierlichkeiten im Zeichen der sternförmigen Narzisse war der Stadt- und Bootskorso und die Prämierung der schönsten Blütenskulptur 2017. In diesem Jahr hat ein aus 105.000 Blüten gefertigter "Hausdrache" die Jury für sich eingenommen.

Die aufwendig gestaltete Figur des Hausdrachens mit einem Nudelholz in den Tatzen gewann den Bootskorso in der Kategorie "Neue Aufbauten". Die Blütenskulptur konnte sich gegen 25 weitere Motive durchsetzen. Rund 550 Arbeitsstunden hat das Bad Ausseer Team um Martin Hillbrand an ihrer Skulptur gearbeitet. Am Vorabend wurde der Hausdrache bis spät in die Nacht mit tausenden duftenden Narzissenblüten bestückt, erklärten die Verantwortlichen im Gespräch mit der APA.

Den zweiten Platz beim Bootskorso teilte sich der kunstvoll gefertigte "junge Elefant" des Altausseer Duos Freller&Pucher mit der "Idefix"-Figur von Thomas Feldhammer und Franz Loitzl. Alle drei Ausseer Figurenbauer-Teams sind "Urgesteine" des Narzissenfests und können auf dutzende Teilnahmen und zahlreiche Siege verweisen.

Beim Stadtkorso in Bad Aussee hat sich der Publikumsliebling "Idefix" als Sieger durchgesetzt und verdrängte den Hausdrachen auf Platz zwei. Die Figur der berühmten französischen Comic-Zeichner und Autoren Goscinny und Uderzo, der kleine Hund Idefix, tierischer Weggefährte des Galliers Obelix, errang die Herzen vieler Besucher. Thomas Feldhammer und Franz Loitzl haben bereits im Vorjahr mit ihrem geflügelten Pferd Pegasus für Aufsehen gesorgt.

Auf Platz drei des Stadtkorsos in der Kategorie "Neue Aufbauten" landete der junge Elefant aus der Werkstatt Freller&Pucher.

Heuer standen auffällig viele Tiermotive im Rampenlicht. Durch ein Malheur beim Bootskorso tauchte ausgerechnet der Narzissen-Delphin der Teilnehmer Aldiana Salzkammergut kurzfristig in die Fluten des Grundlsees ab. Er konnte aber wieder aufs Floß gehievt werden und die Bootsfahrt beenden.

Weiters waren ein schwedischer Elch (Familie Sanden aus Graz), ein Grundlseer Seesaibling (Sport- und Freizeitverein Grundlsee), ein Marienkäfer (Tagesmütter Steiermark), ein Hase (Jufa Hotel Grundlsee), die "Hoamatmaus" (Verein Mentorus), ein Murmeltier (Mondi-Holiday Seeblickhotel Grundlsee), ein wuchtiger Stier (Generationenhaus Altaussee) sowie Sally die Grubenente, das Maskottchen der Salzwelten, vertreten. Auch die für die heimischen Bergwelten charakteristische Gämse durfte nicht fehlen, eine Figur, die in der Kategorie "Alte Aufbauten" von der ortsansässigen Familie Kogler ein weiteres Mal beim diesjährigen Narzissenfest ins Rennen geschickt wurde.

Bei traumhaftem Wetter reisten zahlreiche Besucher schon in den frühen Morgenstunden ins Ausseerland an. Für die Zuschauer wurde ein Shuttle-Service eingerichtet. Die Veranstaltungsorte Bad Aussee und Grundlsee waren weiträumig für den Verkehr abgeriegelt.

Insgesamt 3.000 freiwillige Helfer, Sanitäter, Feuerwehren, Polizei und Einsatzkräfte wurden vom 25. bis 28. Mai abgestellt, um für einen reibungslosen und gelungenen Ablauf des prominenten Blumenspektakels unter leicht verschärften Sicherheitsvorkehrungen zu sorgen.

Nach Angaben des Veranstalters, des 1983 zur Heimat- und Denkmalpflege im Ausseerland gegründeten Narzissenfestvereins, besuchten heuer etwa 20.000 Gäste das Ereignis. Für die Region Ausseerland-Salzkammergut bedeutet das jährlich stattfindende Narzissenfest eine Wertschöpfung in Höhe von mehr als acht Millionen Euro.