Hantavirus: Dritte Kontaktperson aus Österreich wird noch gesucht
Mit Schutzanzügen wurden die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs Hondius geborgen.
Drei Tote und insgesamt elf nachgewiesene Infektionen. Das ist die vorläufige Bilanz des Hantavirus-Ausbruchs auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius (Stand 13. Mai, aktuellste Angaben der WHO).
Am 12. Mai wurden nach tagelangem Ringen um eine Lösung alle Passagiere des Schiffes evakuiert. Seitdem sind international Behörden bemüht, Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Die Gefahr einer neuen Corona-Pandemie sehe man aber nicht, heißt es seitens der WHO - aus mehreren Gründen. Aber: Die Situation sei ernst (mehr dazu hier).
Auf dem Schiff befand sich kein Österreicher - auf einem KLM-Flug von Johannesburg nach Amsterdam, auf dem auch eine infizierte Person saß, waren allerdings insgesamt drei Personen aus Österreich. Zwei davon konnten inzwischen ausfindig gemacht werden. Sie gelten als Niedrigrisiko-Kontaktpersonen, saßen nicht in der Nähe jener schwer erkrankten 69-jährigen Frau auf dem Flug, die diesen noch vor dem Start wieder verließ - und später an den Folgen der schweren Erkrankung verstarb.
Nach einer dritten Person wird noch gesucht, wobei noch unklar ist, ob sich diese aktuell überhaupt in Österreich aufhält.
Die am Freitag ausgeforschte zweite Kontaktperson weist keine Symptome auf, wurde jedoch wie die erste erreichte Person "über die empfohlenen Maßnahmen informiert und zeigt sich kooperativ", teilte das Gesundheitsministerium auf APA-Anfrage mit. Das Risiko einer tatsächlichen Ansteckung wird als äußerst gering eingeschätzt.
Keine Spur von dritter Kontaktperson
Das Gesundheitsministerium und die zuständigen nationalen sowie internationalen Behörden arbeiten "weiterhin intensiv an der Nachverfolgung möglicher Kontaktpersonen", wurde in dem Statement betont. Die nun ausfindig gemachte Person habe keinen engen oder längeren Kontakt mit jener infizierten Person gehabt, die sich kurzzeitig im Flug von Johannesburg nach Amsterdam befand.
"Sie saß nicht - wie auch die erste österreichische Niedrigrisiko-Kontaktperson - im unmittelbaren Umfeld der Erkrankten, wodurch ein enger oder längerer Kontakt nach derzeitigen Erkenntnissen ausgeschlossen werden kann", so das Ministerium.
"Die dritte Person - die wie die zweite Person nicht in Österreich gemeldet ist, was das Auffinden sehr schwierig macht - konnte bislang nicht aufgefunden werden. Aus derzeitiger Sicht ist zudem auch unklar, ob sich die Person in Österreich aufhält." Die Gesundheitsbehörde setze dennoch "alles daran, auch die dritte Person ausfindig zu machen".
Derzeit gibt es keinen bestätigten Hantavirus-Fall in Österreich, wurde betont. Alle international bisher bekannten Fälle stehen in direktem Zusammenhang mit dem betroffenen Kreuzfahrtschiff.
Meldepflicht in Österreich erweitert
Um auf ein mögliches zukünftiges Auftreten von Mensch zu Mensch übertragbarer Hantaviren vorbereitet zu sein, wurde die bestehende Meldepflicht bei Hantavirus-Erkrankungs- oder Todesfällen in Österreich erweitert. Seit einer Woche müssen begründete Verdachtsfälle von Mensch zu Mensch übertragbaren Hantavirus-Infektionen gemeldet werden.
Die Handlungsempfehlungen für identifizierte Niedrigrisiko-Kontaktpersonen umfassen eine Selbstbeobachtung auf Auftreten von Symptomen für sechs Wochen nach Letztkontakt und sofortige Kontaktaufnahme mit der Gesundheitsbehörde bei Symptomen. Großveranstaltungen, medizinische Einrichtungen, Alten- und Pflegeheime und ähnliche Settings sollten gemieden und in stark frequentierten Innenräumen eine FFP2-Maske getragen werden. Die Gesundheitsbehörde sollte über einen Wechsel des Aufenthaltsorts informiert werden.
Zu Beginn wirkt die Erkrankung oft wie ein schwerer grippaler Infekt:
- Fieber,
- starke Kopf-,
- Muskel-
- und Rückenschmerzen,
- ausgeprägtes Krankheitsgefühl,
- Schwindel,
- Übelkeit oder
- Erbrechen.
- Bei schweren Verläufen kommen nach einigen Tagen Husten und Atemnot hinzu.
- Beim Andes-Virus kann sich Flüssigkeit in der Lunge sammeln, im schlimmsten Fall kommt es zu einem schweren Versagen der Lungen- und Kreislauffunktion.
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