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Speiseeis im Greenpeace-Check: So schlecht schneiden Österreichs Supermärkte ab

Im Vergleich zu Tests vor vier Jahren sei das Bio-Angebot sogar rückläufig. Auch das gentechnikfreie Eis-Sortiment ist demnach überschaubar.
Nahaufnahme von Ben & Jerry's Eiscreme, darunter "Dulce De-lish" und "Brownie Batter".

Zusammenfassung

  • Nur 20 Prozent des Speiseeises im Supermarkt sind gentechnikfrei, Bio-Anteil liegt bei lediglich drei Prozent.
  • Greenpeace kritisiert besonders Unilever für fehlende Transparenz und kein Bio-Angebot; Bio-Angebot insgesamt rückläufig trotz steigender Nachfrage.
  • Interspar bietet laut Greenpeace das umweltfreundlichste Eissortiment, Penny ist Schlusslicht ohne Bio- oder pflanzliche Optionen.

Speiseeis in heimischen Supermärkten ist nur zu einem Fünftel gentechnikfrei hergestellt. Überhaupt sind nur drei Prozent des Sortiments Bioprodukte. Das sind die Ergebnisse eines Greenpeace-Marktchecks, den die Umweltschutzorganisation am Mittwoch präsentierte und dabei als "enttäuschend" bezeichnete. Kritik gab es vor allem am Konzern Unilever (Marke Eskimo), der laut Greenpeace keine Angaben über die Herstellung und Herkunft der Zutaten macht und kein Bio-Produkt anbietet.

"Wer beim Eisgenuss auf die Umwelt achten möchte, muss im Supermarkt lange suchen: Biologisches und rein pflanzliches Eis ist besser für Mensch und Natur, bleibt aber die Ausnahme im Kühlregal", fasste Gundi Schachl, Leiterin des Greenpeace-Marktchecks, die Ergebnisse zusammen. Das Eissortiment des Handels hatte die NGO nach eigenen Angaben bereits 2022 geprüft. Im Vergleich zu den Tests vier Jahre zuvor sei das Bio-Angebot sogar rückläufig - von 3,8 Prozent auf 2,8 Prozent. Die Kühlregale seien mit 160 Produkten aber gut gefüllt. Greenpeace bezeichnete diese Entwicklung als "unverständlich", "denn die aktuellen Zahlen der AMA-Marketing belegen, dass die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln im Supermarkt gestiegen ist".

Greenpeace: Interspar als Marktcheck-Sieger

Auch das gentechnikfreie Eis-Sortiment sei überschaubar: Ähnlich wie bei den Marktcheck-Ergebnissen vor vier Jahren könne nur bei 20 Prozent der Produkte der Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln ausgeschlossen werden. Darunter falle Gefrorenes, das biologisch hergestellt sei, rein pflanzliche Zutaten enthalte, sowie Eiscreme mit Milch aus Österreich. Denn hierzulande gebe es bereits seit 2010 kein Gentech-Soja aus Regenwaldzerstörung mehr im Futtertrog der Milchkühe.

Bio beim Speiseeis finden Konsumenten vorwiegend bei Handelsmarken wie "Ja! Natürlich", "Spar Natur pur" oder "Zurück zum Ursprung". Das umweltfreundlichste Angebot an Eiscreme hat laut Greenpeace Interspar und belegt damit auch den ersten Platz beim Marktcheck. Spar und Hofer belegen die Plätze zwei und drei. Schlusslicht war demnach der Rewe-Diskonter Penny, der weder Bio-Eis noch rein pflanzliche Optionen im Sortiment führe.

"Wir fordern die Supermärkte und Konzerne wie Unilever auf, auch bei Eiscreme Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen und mehr biologisch hergestellte sowie rein pflanzliche Produkte ins Kühlregal zu bringen", sagte Schachl.

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