Österreich erlebt den niederschlagsärmsten Frühling der Messgeschichte
Noch nie seit Beginn der 169-jährigen Messgeschichte war das Land im Frühjahr von einer derartigen Trockenheit betroffen, berichtet GeoSphere Austria.
Nach einem bereits niederschlagsarmen Winter setzten sich die extrem trockenen Bedingungen im Frühjahr flächendeckend fort. Das bundesweite Niederschlagsminus lag im Vergleich zum Klimamittel (1991 bis 2020) bei 50 Prozent. Damit wurde der bisherige Negativrekord aus den Jahren 1865 und 1946 (jeweils minus 41 Prozent) deutlich übertroffen.
Die Frühlingsmonate im Detail:
März: 58 Prozent weniger Niederschlag
April: 68 Prozent weniger Niederschlag
Mai: 33 Prozent weniger Niederschlag
Obwohl wiederkehrende Regenfälle im Mai die Situation in den oberen Bodenschichten vorübergehend entschärften, blieb die Gesamtbilanz drastisch. Besonders schwer betroffen waren das Innviertel und der angrenzende Flachgau, wo die Defizite bis zu 80 Prozent erreichten. Auch Wetterstationen mit sehr langen Messreihen, wie Lienz (seit 1854) und Ried im Innkreis (seit 1872), verzeichneten neue historische Tiefstwerte beim Niederschlag.
Wechselhafte Temperaturen und neue Mai-Rekorde
In der Temperaturspanne zeigte sich das Frühjahr sehr abwechslungsreich, war jedoch im Gesamtschnitt deutlich zu warm. Verglichen mit dem Klimamittel 1991–2020 lag die Temperatur um 1,2 Grad zu hoch (plus 2,7 Grad im Vergleich zu 1961–1990).
Frühjahrsbeginn und Kälteeinbrüche: Auf zwei sehr warme erste Märzwochen folgte Ende März ein Kaltlufteinbruch, der besonders in den Bergen und im Westen für Abkühlung sorgte. Den tiefsten Wert an einem bewohnten Ort registrierte am 28. März Lech am Arlberg mit minus 15 Grad. Auch die Eisheiligen im Mai brachten nochmals merkbare Abkühlung.
Hitzeperiode im Mai: Ende Mai stiegen die Temperaturen steil an. An insgesamt 20 Wetterstationen mit mehr als 40-jähriger Messgeschichte wurden neue Mai-Rekorde aufgestellt. Den Höchstwert erreichten Lienz (Osttirol) und Haiming (Tirol) am 26. Mai mit jeweils 33,3 Grad.
Überdurchschnittlich viele Sonnenstunden
Bedingt durch anhaltende Hochdruckwetterlagen und eine entsprechend geringe Bewölkung verzeichnete Österreich im Frühling 2026 ein Sonnenscheinplus von 15 Prozent.
In Regionen wie Vorarlberg, dem Außerfern, dem Flachgau, Oberösterreich und dem westlichen Niederösterreich lag die Sonnenscheindauer sogar um mehr als 30 Prozent über dem langjährigen Mittel.
Spitzenreiter: Der sonnigste Ort im gesamten Zeitraum war Podersdorf am Neusiedler See mit 755 Sonnenstunden.
Größte Abweichung: Die Station Wachtberg/Steyr registrierte 646 Sonnenstunden, was einem Plus von 29 Prozent im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt entspricht.
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