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Chronik | Österreich
03/19/2019

Gastein will nach der Pleite Wohnungen statt leerer Appartements

Die Gemeinde hofft, dass die Rohbauten nach der Millionenpleite zu Wohnungen für Einheimische umgebaut werden.

Die Millionenpleite einer Appartment-Anlage in holländischem Besitz soll für die Gemeinde Bad Gastein einen positiven Ausgang bringen. Bürgermeister Gerhard Steinbauer hofft, dass die 32 seit elf Jahren leer stehenden Appartements in sechs Baukörpern zu Wohnungen für Einheimische umgebaut werden können. „Ich würde das für die beste Lösung halten“, sagt Steinbauer zum KURIER. „Wir sind nicht mit Bauland gesegnet.“ Ob der Plan aufgeht, liegt an den Gläubigern der insolventen Gesellschaft.

Der nunmehrige Konkurs kam für den Bürgermeister nicht überraschend: „Es hat seit zwei, drei Jahren keinen Kontakt mehr gegeben“. Die Projektmanagement Ferienpark Gastein GmbH hat am Montag mit einer Überschuldung in der Höhe von knapp zehn Millionen Euro Konkurs angemeldet. Die Gesellschaft hatte im Ortsteil Bad Bruck hochtrabende Pläne. Ursprünglich sollten mit dem Ferienpark 680 Betten für den Ganzjahres-Tourismus geschaffen werden. Im ersten Teil 160 Betten und im zweiten Teil zwölf Häuser mit 520 Betten.

Gemeinde forderte Hotel

Die Gemeinde beharrte laut Steinbichler darauf, dass nach Fertigstellung der sechs begonnen Häuser das Hotelprojekt vollendet wird, bevor weitere Appartementhäuser gebaut werden. In Bad Gastein gab es die Befürchtung, dass beim Vorziehen der Appartementhäuser auf das Hotel quasi vergessen werde, erklärt Steinbauer. Diesem Vorschlag sei der Projektbetreiber nicht gefolgt.

Laut dem Unternehmen hätte auch die Finanzkrise in den Niederlanden dem Projekt Probleme bereitet. Bei den Verbindlichkeiten in der Höhe von 20,5 Millionen Euro handelt es sich hauptsächlich um Darlehen, anscheinend von Investoren. Aber auch eine regionale Bank ist betroffen.