© Manuel Marktl/Red Bull Content Pool

Chronik Österreich
02/13/2019

Wie Gastein sein Zentrum auch abseits von Events beleben will

Ein Red-Bull-Bewerb bringt am Freitag Leben in Ortskern. Die Gemeinde arbeitet an einer generellen Revitalisierung.

von Matthias Nagl

Wer dieser Tage durch Bad Gastein spaziert, sieht den Ortskern der selbst ernannten Alpenstadt gänzlich verändert. Das Zentrum steht schon ganz im Zeichen des morgen, Freitag, stattfindenden Ski-Freestyle-Bewerbs Red Bull Streetplay.

Aufwendige Holzkonstruktionen und waghalsige Schanzen in den engen Straßen werden zum achten Mal die Bühne für 20 Freestyle-Profis sein.Auch Bad Gasteins Bürgermeister Gerhard Steinbauer freut sich schon auf die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung.

„Das ist das Event in Gastein und mit einem klassischen Alpinrennen nicht vergleichbar“, sagt der Gemeinde-Chef zum KURIER. Für ihn ist es in der Wertigkeit vergleichbar mit einem Weltcup-Klassiker. „Wer hat sonst 10.000 Zuschauer mitten im Ort?“, fragt Steinbauer.

Renovierungen stehen bevor

Die Kulisse des historischen Ortskerns mit seinen mondänen Bauten tut ihr übriges. „Es ist eine einzigartige Veranstaltung. Das geht nur in Bad Gastein, deswegen ist das auch so wichtig“, erklärt der Bürgermeister. Dass im Zentrum mehrere Hotels seit Jahren leer stehen, ist für die Aufbauarbeiten des Events sicher kein Nachteil.

Bald schon soll die Altstadt aber auch abseits des Auftritts der Ski-Artisten belebt werden. Wie berichtet, hat die Münchener Hirmer-Gruppe die drei Häuser Hotel Straubinger, Badeschloss und Post gekauft. Das Land hatte den Deal eingefädelt.

Bis ins Frühjahr 2020 laufen die Behördenverfahren, dann soll die Renovierung der drei Häuser starten. Auch beim Kongresshaus und beim Haus Austria versucht das Land zu vermitteln und einen Hotelbetreiber zu finden, bisher aber ohne Erfolg.

Teures Verkehrskonzept

Die Gemeinde tut unterdessen ihre Möglichstes, den Ortskern zu attraktivieren. Vor wenigen Wochen wurde ein seit langem geplantes Verkehrskonzept vorgestellt. Der historische Ortsteil soll durch ein Fußgänger-Tunnelsystem mit Fahrsteigen und Liften mit dem Ortszentrum rund um den Bahnhof verbunden werden. Die Fußgänger sollen dabei klar Vorrang haben. Im Gegenzug soll ein neues Parkhaus für 500 zusätzliche Stellplätze sorgen.

Allein der Fußgängertunnel soll das Verkehrsaufkommen im Zentrum um 47 Prozent verringern. Bis 2026 soll die neue Verkehrslösung fertig sein. „Das ist nicht irgendeine Studie, das wurde auf Machbarkeit und Finanzierbarkeit geprüft“, sagt Steinbauer. Die Kosten liegen rund um 25 Millionen Euro. Für eine Gemeinde mit knapp 4000 Einwohnern ist das kaum zu stemmen.

Deshalb sollen auch die Bergbahnen und das Land mitzahlen. „Die Gemeinde hat das Konzept dem Landeshauptmann präsentiert, wir sehen das sehr positiv“, heißt es aus dem Büro des zuständigen Landeshauptmanns Wilfried Haslauer. Eine finanzielle Beteiligung des Landes sei möglich, darüber müsse aber erst verhandelt werden.

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