Chronik | Österreich
04.07.2018

Für den Laibachbus flossen zusätzlich 48.000 Euro

Auszahlung der Landesförderung wurde verschwiegen. Bus nutzt primär Gästen aus Slowenien

„Wir haben eine Starthilfe geleistet. Mit März 2017 endet aber die finanzielle Unterstützung des Landes Kärnten.“ Diese Aussage traf der einst für den Verkehr zuständige Landesrat Rolf Holub (Grüne) am 3. Februar 2017. Gemeint war die Förderung der Busverbindung zwischen den Flughäfen Klagenfurt und Laibach. Und dennoch wurde diese klammheimlich um ein Jahr verlängert.

348.000 Euro an Steuergeldern flossen von 2014 bis 2017 in das Projekt „Alpe-Adria-Line“. Kritiker nannten das Verkehrsmittel „Geisterbus“, weil ihn im Schnitt nur fünf Personen pro Fahrt nutzten. Der Bevölkerung wurde in der Folge vorgegaukelt, der Bus fahre weiterhin vier Mal pro Tag von Klagenfurt über den Loiblpass bis zum Laibacher Airport, nach Ljubljana selbst und wieder retour – aber längst ohne öffentliche Zuschüsse.

„Wir haben den Unterlagen aus dem Holub-Referat entnommen, dass im vierten Jahr vom Land weitere 48.000 Euro bezahlt wurden“, heißt es nun aus dem Büro von Landesrat Ulrich Zafoschnig (ÖVP). Er, der Holub beerbte, ließ eine Evaluierung vornehmen und kam zum Schluss: „Das Projekt wird künftig vom Land nicht mehr finanziell unterstützt.“

Nachbar zahlt nicht

Mit dieser Evaluierung war Albert Kreiner beauftragt. Der zuständige Landesabteilungsleiter bestätigt ebenfalls, dass zusätzliche Förderungen ausbezahlt wurden („Warum, müssen Sie Herrn Holub fragen“), und nennt den Hauptgrund für den nunmehrigen Förderstopp: „Die Stammkunden sind Slowenen. Den Bus nutzen deutlich mehr slowenische Fahrgäste als solche aus Kärnten. Gezahlt hat bisher jedoch nur das Land Kärnten.“ Man sei sogar bereit gewesen, den zuletzt investierten Betrag weiterhin zuzuschießen. Kreiner: „Aber nur, wenn Partner aus Slowenien dieselbe Summe stemmen. Wir haben das Verkehrsministerium, die Regionen und Touristiker angeschrieben und um Kostenteilung ersucht – das wurde mit Bedauern abgelehnt.“

Wie das Nutzungsverhalten zwischen Slowenen und Kärntnern im Detail aussieht, dürfe er nicht sagen, betonte Kreiner. Zafoschnig kann es nicht. Man habe „keinen Zugriff zu den Daten des Holub-Projekts“.

Betrieb einstellen

Einer, der es genau weiß, will es nicht sagen: „Wir machen keine Unterschiede zwischen Nationalitäten. Es ist jedoch Tatsache, dass viele Lehrlinge, Schüler und Studenten aus Slowenien den Bus nach Kärnten nutzen“, erklärt Mirko Zeichen-Picej, Geschäftsführer der Alpe-Adria-Line. Die wird übrigens nur mehr bis 4. August verkehren. „Wir haben uns zwar stetig weiterentwickelt, betriebswirtschaftlich ist dieses Projekt ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand jedoch nicht rentabel“, betont Zeichen-Picej.

Thomas Martinz