AUT, 2017-02-16; THEMENBILD FEATURE - WINTERTOURISMUS IN DER SKIHOCHBURG SOELDEN IM OETZTAL: FEATURE SKIFAHRER IM SKIGEBIET ; Foto: Roland Muehlanger

© Bildagentur Mühlanger / Roland

Tourismus
02/19/2017

Freundlichkeit und gute Pisten

Studie listet auf, warum es Skiurlauber in die österreichischen Berge zieht.

von Simone Hoepke

Knapp 20 Millionen Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind alpine Wintersportler. Zumindest laut der Einschätzung der Seilbahn-Verbände dieser drei Länder. Nachsatz: Drei Millionen davon pausieren gerade, wollen sich aber demnächst wieder die Ski anschnallen.

Die viel zitierte Befürchtung, dass den Skiorten bald der Nachwuchs fehlen wird, ist für Erik Wolf nicht nachvollziehbar: "Der Altersdurchschnitt liegt konstant bei 39 Jahren, von einer Überalterung kann keine Rede sein", sagt der Geschäftsführer der Bundessparte Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich.

Der größte Markt ist naturgemäß Deutschland mit 6,6 Millionen aktiven Wintersportlern. Wenig verwunderlich sind die Deutschen auf heimischen Pisten auch so oft anzutreffen wie keine andere Nation, so eine Studie des Marktforschers Manova, für die rund 35.000 Wintersportler auf heimischen Pisten befragt wurden. Jeder zweite (51 Prozent) war demnach Deutscher, die Österreicher kamen auf einen Anteil von 19, die Holländer auf zehn Prozent. Was für Österreichs Pisten spricht, ist demnach vor allem die Gastfreundschaft (45 Prozent) sowie die modernen Anlagen (47 Prozent).

Weniger erfreulich: 18 Prozent finden das Angebot in Österreich teuer, nur 17 Prozent empfinden Österreichs Wintersportorte als authentisch und neun Prozent geben an, dass ihnen zu viele Menschen auf den Pisten sind. Die Touristiker können es aber ohnehin nicht jedem recht machen: "28 Prozent der Niederländer legen großen Wert auf Aprés-Ski-Angebote, aber nur acht Prozent der osteuropäischen Gäste interessieren sich dafür", nennt Manova-Geschäftsführer Klaus Grabler ein Beispiel. Auch interessant: Viele Schweizer legen besonderen Wert auf freundliches Personal in der Skihütte, für die meisten Niederländern ist das offenbar nebensächlich (15 Prozent).

Über alle Nationen hinweg sind für die Wahl eines Skigebietes drei Kriterien entscheidend: Die Größe des Gebietes (57 Prozent), die Pisten und die Schneesicherheit (45 bzw. 37 Prozent).

Schweizer Sicht

Fragt man nach dem Image der Skinationen Deutschland, Österreich und Schweiz, schneidet Österreich in allen drei Ländern sehr gut ab, wenngleich alle Skifahrer auch eine ausgeprägte Neigung zum jeweiligen Inlandsmarkt haben. Ein Ausreißer sind die Schweizer: Sie gaben in der Umfrage an, dass sie die Österreicher gastfreundlicher finden als ihre eigenen Landsleute. Zudem seien die österreichischen Wintersportorte familienfreundlicher, hätten das bessere Aprés-Ski-Angebot und – wenig überraschend – das bessere Preis-LeistungsVerhältnis.

Es ist das Neuaufflammen einer alten Liebe: Im Vorjahr reisten knapp 13 Millionen Deutsche nach Österreich, um 6,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Solche Zuwachsraten bei deutschen Urlaubern konnten Österreichs Touristiker seit der Wende vor gut 25 Jahren nicht mehr bejubeln. Auch die Übernachtungszahlen der größten ausländischen Gästenation stieg um knapp fünf Prozent auf mehr als 52,6 Millionen Nächte.

Der Erfolg hat viele Väter – die meisten davon sind außerhalb des Urlaubslandes Österreich zu Hause. Die politischen Unruhen und Anschläge in langjährigen Tourismusdestinationen wie der Türkei, die steigenden Realeinkommen in Deutschland und Österreichs gute Erreichbarkeit – auch dank neuer Flugverbindungen.

"Österreich konnte in der Sommersaison 2016 rund eine halbe Million mehr deutsche Gäste als im Jahr 2015 begrüßen", sagt Oskar Hinteregger vom Berliner Büro der Österreich Werbung. "Besonders bemerkenswert ist, dass damit unsere Zuwächse prozentuell sogar höher sind als die der deutschen Inlandsurlauber." Das Statistische Bundesamt in Berlin weist für 2016 ein Plus von drei Prozent bei deutschen Gästen im eigenen Land aus.

Erfolg ist relativ

Ein Blick auf die langjährigen Zahlenreihe der Statistik Austria relativiert allerdings die rot-weiß-rote Erfolgsbilanz. Im Vergleich zu 1996 ist die Nächtigungszahl der deutschen Urlauber um 6,5 Prozent auf 52,64 Millionen gesunken. Das Minus wurde durch mehr Gäste aus Polen, Rumänien, Tschechien oder Ungarn abgefedert.

Dass Österreich bei unseren deutschen Nachbarn als Urlaubsland ein etwas angestaubtes Image hat, will Hinteregger freilich nicht hören: "Österreich gewinnt gerade bei jüngeren Gästegruppen dazu", betont er. Allerdings müssen die Gastgeber Urlaubspakete für jeden Geschmack schnüren.

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