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Chronik Österreich
09/13/2019

Freitag, der 13., und die Lust am Schaudern

Warum am dem angeblichen Unglückstag weniger Unfälle passieren als an anderen Tagen.

von Birgit Seiser

Mindestens einmal und höchstens dreimal im Jahr fällt ein Freitag auf einen 13. Heuer ist es im September wieder so weit. Der KURIER hat Fakten rund um den angeblichen Unglückstag gesammelt.

Die Templer waren’s

Die Zahl 13 im deutschen Sprachraum seit Langem als „Dutzend des Teufels“ bezeichnet und soll Unglück bringen. Der Freitag  ist vermutlich deshalb negativ behaftet, weil Jesus Christus bekanntlich an einem Freitag gekreuzigt wurde. Das erste geschichtlich belegte – eher unschöne – Ereignis, das sich an einem Freitag, den 13., zutrug was die Verhaftung aller Mitglieder des Templerordens in Paris im Jahr 1307.

Börsencrash

Vor allem die Finanzbranche ist vorsichtig, wenn es um Freitage geht. Schon seit mehr als einem Jahrhundert gilt er als Unglückstag für Anleger. Der erste Schwarze Freitag war am 11. Mai 1866, als die Londoner Diskontbank Pleite ging. Auch der Wiener Börsencrash 1873 und der Kurssturz an der Berliner Börse im Jahr 1927 fanden an einem Freitag statt, letzterer sogar an einem Freitag, den 13. Am legendärsten ist aber der Zusammenbruch der New Yorker Börse im Jahr 1929, der die Welt in eine Wirtschaftskrise stürzte. Der fand allerdings nicht an einem 13. statt.

Aufgepasst!

Abgesehen vom Finanzbereich scheinen Freitage, die auf einen 13. fallen, eher positive Effekte zu erreichen. Studien von Mobilitätsclubs wie derm ADAC in Deutschland haben ergeben, dass an diesen Tagen unterdurchschnittlich wenige Unfälle passieren. Experten führen das auf ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein zurück. Der Ruf, der dem Datum vorauseilt, hat also auch nützliche Eigenschaften.

Inspiration

Die Lust am Schaudern vor Freitag, dem 13., inspiriert seit langer Zeit Autoren und Musiker. Der erste Roman mit dem Titel wurde von Thomas William Lawson im Jahr 1907 veröffentlicht und war ein Börsenkrimi. Der Mythos rund um diesen Tag lebte in Filmen wie "Freitag, der 13.“ von Regisseurs Richard Oswald weiter. Der Film handelt von einer Familie,  deren Mitglieder alle an diesem Datum sterben.

In den 1980ern wurde aus Unglück dann Horror, als Sean S. Cunningham die Filmreihe "Freitag der 13." startete. Die Filme über den psychopatischen Killer Jason Voorhees waren so erfolgreich, dass es mittlerweile zwölf (nicht 13) Teile gibt. 

Auch Musiker wie Reinhard Mey und die Toten Hosen ließen sich von dem Datum inspirieren.