Chronik | Österreich
28.11.2018

Erstes GTI-Treffen im Winter: Bürger sperren Straße

PS-Gemeinschaft kündigt für Jänner erstes „Schneetreffen“ an und die Bürgerinitiative die erste Demo

„Es reicht! Wir lassen uns von den GTI-Fahrern nicht mehr terrorisieren, werden hunderte Gleichgesinnte mobilisieren und das Treffen mit Sitzstreiks und Straßensperren behindern.“

Das sagt Valentin Wedam von der Bürgerinitiative „Pro Selpritsch“, einem Vorort von Velden. Jahrelang hat die Bevölkerung diverse Vortreffen, das GTI-Haupttreffen und die Nachtreffen im Raum Wörther- und Faaker See sowie die damit verbundenen Lärm- und Luftbelastungen über sich ergehen lassen. Dass die Initiative plötzlich gegen die PS-Sympathisanten vorgeht, liegt am angekündigten ersten Wintertreffen in Kärnten.

„Low at Snow“ („Tief im Schnee“) nennt sich eine Facebook-Plattform von GTI-Freaks, die Gleichgesinnte vom 3. Bis 6. Jänner 2019 in die berühmt-berüchtigte „Turbokurve Arneitz“ am Faaker See lädt. 1200 User haben im Netz bereits ihr Kommen zugesagt, 8500 ihr Interesse. „Da wird von Klopein bis Villach erstmals auch im Winter der gesetzlose Raum herrschen“, prognostiziert Wedam.

Es sei an der Zeit, die schwächeren Mitmenschen in der Region zu schützen, die sich ob des Radaus bei jedem Treffen tagelang in ihren Wohnungen und Häusern verbarrikadieren müssten. „Wir wollten bereits im Frühjahr 2018 mit Sitzstreiks und Straßensperren unseren Unmut gegen die wochenlange Belästigung kundtun, haben das aber kurzfristig abgeblasen“, berichtet Anna Magnet, ebenfalls Mitglied von „Pro Selpritsch“. Grund seien die Zusicherungen der Behörden und der Politik gewesen, dass sie die Szene in den Griff bekommen würden.

„Zu wenig Polizei“

„Das ist leider nicht passiert. Auch wenn die Polizei Kräfte aus anderen Bundesländern nach Kärnten beordert hat, es waren stets zu wenige“, argumentiert Wedam. Im Winter würde die Exekutive auf einen GTI-Ansturm erst recht nicht vorbereitet sein.

Das bestreitet Polizeisprecher Rainer Dionisio vehement. „Selbstverständlich wissen wir von dem Treffen. Wie viele Gäste tatsächlich kommen, wird sicherlich vom Wetter abhängen. Aber wir werden unsere Präsenz an den Hotspots verstärken, wie bei den bisherigen Veranstaltungen“, betont Dionisio. Unterstützung aus anderen Bundesländern würde man nicht benötigen. Dionisio: „Wir kommen mit dem Kärntner Personal aus.“

Keine Maßnahmen

Im Rahmen des Haupttreffens hat auch die Behörde zuletzt spezielle Maßnahmen zum Einbremsen der GTI-Gemeinde getroffen: Bodenschwellen im Bereich von Tankstellen auf der Landesstraße in Velden, um das Tempo zu reduzieren; den Rückbau der dreispurigen Fahrbahn, um riskante Fahrmanöver zu unterbinden; oder die Installation von Betonleitwänden, um das Wildparken zu verhindern. Bernd Riepan, Bezirkshauptmann von Villach Land, bestätigt jedoch einen Kleine-Zeitung-Bericht, wonach dies im Winter nicht beabsichtigt sei.

Buchungslage im Visier

„Wir checken erst die sozialen Medien sowie die Buchungslage und warten ab, wie viele Gäste tatsächlich im Jänner zu uns kommen“, sagt er. „Wenn ein Ansturm zu erwarten ist, können wir immer noch reagieren. Aber falls Schnee liegt, schaut die Sache wieder ganz anders aus.“