Chronik | Österreich
28.06.2018

Eltern wollen die Standort-Ergebnisse der Zentralmatura haben

Der Landesverband der Elternvereine in Niederösterreich ging sogar vor das Gericht

Wie die Schulen bei der Matura abschneiden, interessiert vor allem die Eltern. Das zeigt der Kampf vom Niederösterreichischen Landesverband der Elternvereine - mit 600 Elternvereinen der größte Landesverband in Österreich. Sie wollen, dass die Ergebnisse veröffentlicht werden.

„Wir Eltern wollen eine Partnerschaft und keine Bevormundung. Das setzt voraus, dass es bei den Informationen über Ergebnisse der Schulstandorte eine Basis auf gemeinsamer Augenhöhe gibt. Es geht um die Zukunft unserer Kinder“, sagt Obmann Stefan Szirucsek, der auch Badens Bürgermeister ist. 2016 hat es ein Gespräch mit der damaligen Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) gegeben. Dabei wurde jedoch weiterhin betont, dass es nicht möglich sei, die Liste zu veröffentlichen. Der Elternverband hat dann einen Antrag nach dem Auskunftspflichtgesetz gestellt, wonach man bei Behörden erfahren muss, was den Bürger betrifft. Das Ministerium lehnte dies jedoch ab. Der Landesverband wandte sich damit an das Bundesverwaltungsgericht, wo der Akt seit 2016 nun liegt. Seither gab es ein Gespräch mit einem Richter desselben Gerichts. Eine Entscheidung ist nicht in Aussicht. Der Landesverband beschritt diesen Weg im Alleingang.

Bundeselternverband dagegen

Der Präsident des Bundeselternverbandes, Gernot Schreyer, sieht die Thematik nämlich vollkommen anders: „Wir haben höchste Bedenken, was die Veröffentlichung von einzelnen Daten angeht. Das hat weitreichende Auswirkungen auf das Schulklima, wenn ein Jahrgang zufällig schlechter abgeschnitten hat.“ Man solle sich vorstellen, was das für Kinder, Lehrer und Eltern bedeuten würde.

Nur der Schulgemeinschaftsausschuss und die Schulaufsicht sollten die Ergebnisse erhalten, damit man sich dort entsprechend damit auseinandersetzen kann und man an der Qualität arbeiten kann. "Aber auf keinen Fall gehören diese Ergebnisse veröffentlicht." Acht Neuntel der Verbände würden diese Meinung auch teilen.