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Kuhglocken
08/24/2015

Verbot von Kuhglocken in Österreich kein Thema

Die Schädlichkeit von Kuhglocken kann laut Vier Pfoten nicht genau nachgewiesen werden.

Die vom Deutschen Tierschutzbund geforderte Abschaffung von Kuhglocken ist in Österreich vorerst kein Thema. Das sagte Indra Kley von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten der APA. "Wir wollen zuerst genauere Details zur Situation in Österreich und mehr wissenschaftliche Beweise, dass Kuhglocken den Tieren wirklich Schaden zufügen."

Neben Deutschland wird auch in der Schweiz bereits seit längerem diskutiert, ob Kuhglocken Tierquälerei sind. "Grundsätzlich begrüßen wir es sehr, dass man sich mit der Tradition der Kuhglocken in der Tierhaltung auseinandersetzt, aber im Moment können wir zur Situation in Österreich nichts sagen", meinte Kley. Daher will die Tierschutzorganisation nun in Österreich untersuchen, ob Kühe unter den Glocken leiden, kündigte die Kampagnenleiterin an.

Tierschützer fordern Verbot

Der Deutsche Tierschutzbund in Bayern hat eine Abschaffung der Kuhglocken gefordert. "Rein aus Tradition einem Tier so etwas zuzumuten, ist völlig abzulehnen", sagte die Präsidentin des bayerischen Landesverbands, Nicole Brühl. Die meisten Weideflächen seien ohnehin eingezäunt. Anstelle einer schweren und lauten Glocke könne man einer Kuh ein GPS-Band zur satellitengestützten Ortung umhängen.

Bayerns Agrarminister Helmut Brunner sieht dagegen kaum Handlungsbedarf: "Ich glaube, dass die Glocken keine Beeinträchtigung sind für die Kühe - weder vom Gewicht her noch vom Ton." Langfristig könnten auch Sensoren die Ortung der Tiere ermöglichen, räumte Brunner ein. "Das ist aber technisch noch nicht ausgereift und derzeit erst in der Erprobung."

Der Vorsitzende des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu, Franz Hage, reagierte empört auf den Vorstoß der Tierschützer: "Das ist kompletter Schmarrn." Die Glocken und Schellen schadeten den Tieren nicht. Der Stolz der Almhirten komme in ihnen zum Ausdruck. "Das ist Tradition im Allgäu und gehört dazu", sagte Hage.

Nach Angaben Zehnpfennigs kommt es immer wieder vor, dass Jungvieh trotz eines Elektrozauns von der Weide ausbricht. Auf den großen Flächen der Hochweiden sei es ohne Glocken schwer, die Tiere wiederzufinden - vor allem bei Nebel.

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