Chronik | Österreich
08.06.2017

Drohne kam Rettungshubschrauber gefährlich nahe

Probleme nehmen laut ÖAMTC zu.

Unweit des Salzburger Flughafens ist am Mittwoch eine Drohne einem Rettungshubschrauber des ÖAMTC gefährlich nahe gekommen. Der Helikopter befand sich gegen 13.20 Uhr am Weg vom Landeskrankenhaus zum Airport, als der Pilot eine Drohne bemerkte. Das Fluggerät war auf selber Höhe und in gleicher Richtung wie der "Christophorus 6" unterwegs.

Wie der Pilot sagte, sei die Entfernung zur Drohne schwer abzuschätzen gewesen. Er habe aber einen gleichbleibenden Abstand halten können. Schließlich wurde die Drohne Richtung Süden gesteuert. Eine Fahndung nach dem Drohnenbesitzer verlief negativ.

Nach Angaben des Piloten flog die Drohne etwa 120 Meter über Grund. Das Fluggerät hatte einen Durchmesser von geschätzten 1,5 Metern.

Flughäfen "absolute No-go-Zonen"

"Die Probleme mit Drohnen nehmen zu", sagte Klaus Egger, Flugsicherheitsoffizier der Rettungshubschrauber-Flotte des ÖAMTC, am Donnerstag zur APA. "Besonders prekär sind Vorfälle, die an oder in der Nähe von Flughäfen passieren. Das sind absolute No-Go-Zonen." Zwar steige auch das Bewusstsein bei Drohnenpiloten, aber das Wissen, was erlaubt ist und was nicht, sei noch relativ wenig verbreitet. "Wer sich eine Drohne kauft, muss sich aktiv mit der Gesetzeslage beschäftigen - und seinen Hausverstand einsetzten. Wenn ein Hubschrauber auftaucht, muss ich mit meiner Drohne so schnell wie möglich aus dem Weg gehen."

Auch kleine Drohnen gefährlich

Selbst ganz kleine Drohnen, die vom Gesetz her nicht registriert werden müssen, können für Hubschrauber sehr gefährlich werden. "Sie stellen weniger ein Risiko für das Triebwerk, sondern für die Scheibe dar. Auch kleine und leichte Vögel können bei einem Aufprall im richtigen Winkel eine Hubschrauberscheibe durchschlagen", warnte Egger. Der ÖAMTC arbeite darum derzeit an Kursen, Informationspaketen und Versicherungen für Drohnenpiloten.