Drogen gegenüber von Suchtberatung verpackt

© Bild: LPD Wien

Nordafrikaner verkauften große Mengen Cannabis, sie wurden dafür in Camps rekrutiert.

Die Polizei konnte eine 35-köpfige Bande ausforschen, die am Praterstern und am Donaukanal Drogen im großen Stile verkauft haben soll. 182 Kilogramm Cannabis im Wert von 1,8 Millionen Euro sind insgesamt an den Mann gebracht worden.

Laut Georg Rabensteiner, Leiter der Außenstelle West des Landeskriminalamtes ( LKA), füllte die Bande jenen Platz, den zwei andere zerschlagene Gruppen 2016 hinterlassen hatten. Dort kam es zwischen den Gruppen zu blutigen Revierkämpfen, wobei die Täter Macheten, Schwerter oder Messer benutzt hatten.

Drogen aus Marokko

Drogenbande Praterstern
Dieser Verdächtige soll einer der Hintermänner sein © Bild: LPD Wien

Bei den Ermittlungen stieß man dann auf die Bunkerwohnung der Bande in der Radetzkystraße in Landstraße. Genau gegenüber einer Suchtberatung hatten die Verdächtigen die Drogen abgepackt. Im vergangenen September wurde die Wohnung gestürmt, insgesamt acht Personen wurden festgenommen. Eine 16-Jährige, die aus einem Heim als abgängig gemeldet worden war, befand sich unter ihnen. Der „Anführer“ in der Wohnung, ein 35-jähriger Algerier, wurde dann im November verhaftet. Der Beschuldigte konnte bereits zwei Mal vor der Polizei flüchten, ein Mal entkam er sogar der Schubhaft.

Die meisten Verdächtigen würden sich aus ihrem Heimatland kennen, sagt Ermittler Martin Glöckler. Die Asylwerber seien nach ihrer Ausreise direkt in Flüchtlingscamps rekrutiert worden: „Wenn du Geld verdienen willst, geh’ zum Praterstern. Dort wird man sich um dich kümmern“, habe es geheißen. Hierzulande wurden sie in Wohnungen untergebracht und hätten keine Miete bezahlt. Die Drogen, die sie verkaufen sollten, bekamen sie als Kommission. Diese stammten aus Marokko, die über Italien mit Mietwagen geliefert wurden. Ende November wurde in Kärnten ein Fiat Punto angehalten. Darin wurden 58 Kilogramm Cannabis gefunden.

Laut LKA befinden sich unter den 35 Festgenommenen 32 Asylwerber, die im Zuge der Flüchtlingswelle nach Österreich kamen. Der Großteil stammt aus Algerien. 28 der Beschuldigten hatten vorher 133 strafrechtliche Vormerkungen, 20 von ihnen wurden bereits rechtskräftig verurteilt. Die Verdächtigen sollen hierzulande 78 verschiedene Identitäten benutzt haben.

Mit ihrem Hab und Gut protzten die Verdächtigen auch auf Facebook: Waffen, Drogen oder Geld waren keine darauf keine Seltenheit. Nach einem der Hintermänner wird jetzt gefahndet. Hinweise an: 31310-25925.

( kurier.at ) Erstellt am 14.05.2018